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Serien aus Amerika : Habe ich das nicht schon mal gesehen?

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Zynismus liegt auch der Serie von Ryan Murphy, „Scream Queens“, nicht fern. Sie erzählt von ein paar College-Schönheiten, angeführt von der hochfahrenden Chanel (Emma Roberts), die ihre Kappa-Kappa-Tau-Verbindung auf Druck der Universitätsdekanin (Jamie Lee Curtis) für alle jungen Frauen auf dem Campus öffnen müssen. Bald wird eine nach der anderen zum Opfer blutiger Verbrechen, und verdächtig ist eigentlich jeder. Die Serie oszilliert sehr vergnüglich zwischen Horrorfilm-Persiflage und überdrehter Kritik an den sogenannten Millenials, also der Teenager-Generation von vor fünfzehn Jahren.

Die Droge, die Kräfte verleiht

Wenig originell fällt derweil die Serie aus, die nach dem Vorbild von Steven Spielbergs visionärem Science-Fiction-Thriller „Minority Report“ von 2002 entstanden ist. Im Film war bekanntlich eine „Precrime“-Einheit der Washingtoner Polizei zugange, die mithilfe hellseherisch begabter Mutanten Verbrechen verhinderte, bevor sie begangen wurden. In der Serie ist die „Precrime“-Einheit geschlossen worden, die Sonderermittler machen auf eigene Faust weiter. Leider wird die Geschichte seltsam unglaubwürdig inszeniert. So führt beispielsweise eine krude Phantomzeichnung zu einem Volltreffer in der Datenbank der Polizei, die holografischen Benutzeroberflächen, die Spielberg einst so sorgfältig für seinen Film entwarf, wirken auf einmal wie eine überholte App.

Bitte recht biestig: Abigail Breslin, Billie Lourd und Ariana Grande (von links) sind die „Scream Queens“.

In dem Film „Limitless“ von 2011 war Bradley Cooper als schluffiger Verlierer Eddie Morra zu sehen, der dank einer geheimnisvollen Droge zum Überflieger wird - wenn auch mit schrecklichen Nebenwirkungen. In der gleichnamigen Serie sehen wir nun den nächsten Verlierer, einen Mann namens Brian Finch (Jake McDorman), der von den Drogenpillen nicht lassen kann und in die Schusslinie gerät. Eine FBI-Agentin (Jennifer Carpenter als Rebecca Harris) heuert ihn an, um mit seinen übernatürlichen Fähigkeiten das Geheimnis der Droge und ihrer Verteiler zu lüften. Bradley Cooper koproduziert und ist in ein paar Gastauftritten zu sehen. Natürlich hofft man mit den vielen Variationen altbekannter Muster das Publikum leichter vor den Bildschirm zu locken. Aber dem großen Versprechen auf einen faszinierenden Stoff folgt nur heiße Luft.

Es geht auch anders

Dass es auch anders geht, hat in den vergangenen Jahren unter anderem die Serie „Hannibal“ gezeigt, die den originären Kinofilm nur als Sprungbrett nutzte und dann in erzählerischer und ästhetischer Hinsicht neue Wege ging. In diesem Jahr gelingt dieses Kunststück abermals der Serie „Fargo“, die für den Kabelsender FX produziert wird und in Deutschland seit gestern auf Netflix zu sehen ist. „Fargo“ nach dem gleichnamigen Film von Joel und Ethan Coen trumpft als Kleinstadt-Farce aus dem Mittleren Westen auf.

Die zweite Staffel erzählt eine neue Geschichte und ist noch einnehmender als die erste. Diesmal sind die zentralen Schauplätze das Örtchen Luverne und die Stadt Sioux Falls im North Dakota des Jahres 1979. Hier ermittelt der Polizist und Vietnam-Heimkehrer Lou Solverson (Patrick Wilson spielt die jüngere Version der von Keith Carradine verkörperten Vaterfigur der ersten Staffel) mit seinem Schwiegervater Hank Larsson (Ted Danson) zu einem blutigen Überfall auf ein entlegenes Café, als er beauftragt wird, den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Ronald Reagan bei einem Auftritt in Fargo zu beschützen. „Fargo“ leistet, was die anderen Wiederaufnahmen nicht vermögen: Man folgt der Geschichte nicht wegen irgendwelcher Superhelden, sondern weil die Figuren faszinieren. Sie sind von jener spröden Menschlichkeit, die zu zeichnen die Coen-Brüder imstande sind wie keine zweiten in ihrem Metier. „Fargo“, die Serie, gerät abermals zu einer großen, absurden Tragödie.

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