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Vereinigte Staaten : Luftfahrtbehörde lässt Drohnen an Filmsets zu

  • -Aktualisiert am

Da oben könnte es bald eng werden: Eine Drohne befindet sich im Luftraum von New York City im Landeanflug. Bild: AP

Bisher galten in Amerika strenge gesetzliche Regelungen für den kommerziellen Gebrauch von Drohnen. Nun dürfen sie erstmals an Filmsets eingesetzt werden. 2015 soll ihnen der Luftraum vollends geöffnet werden.

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          Der unter der Regierung Obama noch intensivierte Einsatz von Kampfdrohnen im Krieg gegen den Terror und die verhältnismäßig große Unterstützung aus der amerikanischen Bevölkerung lassen leicht vergessen, wie eng gefasst die gesetzlichen Auflagen für die kommerzielle Nutzung unbewaffneter Drohnen innerhalb des eigenen Landes sind.

          Das Gesetz ist auf dem Weg

          Schon lange werden die Vorschriften, welche die kommerzielle Nutzung von Drohnen in Amerika regulieren, in der Öffentlichkeit heftig diskutiert. Um entstandene Mythen zu beseitigen und die Gesetzeslage endgültig zu klären, veröffentlichte die Bundesluftfahrtbehörde Amerikas (FAA) im Februar auf ihrer Website eine übersichtliche Auflistung zur Beantwortung häufig gestellter Fragen.

          Demnach erlauben es  die offiziellen Luftfahrtrichtlinien bisher nicht, ein unbemanntes Luftfahrzeug zu kommerziellen Zwecken einzusetzen. Der Mythos, man könne die Drohne im Luftraum unterhalb von 400 Fuß (circa 120 Meter) als Modellflugzeug deklarieren und ohne Einschränkung einsetzen, entspricht nicht den Vorgaben. Doch gibt es Ausnahmefälle.

          Bis Herbst 2015 soll die FFA einen Gesetzgebungsvorschlag ausarbeiten, mit dem sich einiges ändern könnte. Unbemannte Luftfahrzeuge sollen dann schrittweise in den zivilen Luftverkehr integriert werden. „Dazu laufen derzeit in den Vereinigten Staaten Tests in eigens dafür ausgewiesenen Zonen. Bürger und Experten können ihre Anmerkungen in diesem Prozess machen“, sagt Max Ruppert, der an der Hochschule der Medien in Stuttgart im Bereich Drohnenjournalismus forscht. „In den Staaten wird aufgrund des laufenden Verfahrens bei der FFA aktuell ziemlich konfus darüber berichtet, weil noch gar nichts wirklich klar ist.“

          Großes Interesse aus der Wirtschaft

          Klar ist jedoch, dass die FFA vor wenigen Tagen erstmals dem Einsatz von Kameradrohnen an Filmsets zustimmte. Mithilfe der unbemannten Flugobjekte soll es in Zukunft möglich sein, Filmsequenzen aus der Vogelperspektive ohne den teuren Einsatz von Helikoptern oder Kleinflugzeugen aufzunehmen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die FFA die Sondergenehmigung nur an zwei Firmen in entlegenen Teilen Alaskas erteilt.

          Die Entscheidung der Behörde erhielt laut Washington Post breiten Zuspruch aus Industrie und Wirtschaft. Sowohl Landwirtschaftsunternehmen als auch Ölkonzerne möchten die Drohnentechnologie gerne für ihre Zwecke nutzen. Auch von Seiten der „News Media Coalition“, einem Verbund von Herausgebern und Medienunternehmern, dem auch die Washington Post angehört, gab es Unterstützung. Drohnenjournalismus wird in Amerika als attraktive Erweiterung der herkömmlichen Berichterstattung angesehen.

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