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Image-Botschafter : Amazon lässt sich auf Twitter von Mitarbeitern loben

  • Aktualisiert am

Auch in Deutschland gibt es jetzt Twitter-Botschafter für Amazon. Bild: dpa

Amazon versucht jetzt auch in Deutschland, mit der Hilfe von „FC Botschaftern“ auf Twitter gegen die Kritik an schlechten Arbeitsbedingungen anzugehen. Die Mitarbeiter machen das angeblich freiwillig.

          Nach Kritik an Arbeitsbedingungen bemüht sich Amazon in Deutschland um ein besseres Image. Der Versandhändler hat offenbar Mitarbeiter dazu aufgerufen, als „FC Botschafter“ auf Twitter positive Kommentare über ihren Arbeitgeber abzusetzen. Die Accounts schalten sich in Diskussionen über Amazon ein, loben Arbeit und Bezahlung und streiten vermeintliche Missstände ab, wenn Nutzer des Nachrichtendienstes über den Konzern schimpfen.

          Auf den ersten Blick wirkten die Accounts wie Social-Bots, berichtete der Bayerische Rundfunk nach eigenen Recherchen: Sie hätten kaum eigene Follower, folgten wenig anderen Accounts und verfassten keine eigenen Beiträge. Auf den Tweet einer Nutzerin, der das Vermögen des Amazon-Chefs Jeff Bezos in Zusammenhang mit den niedrigen Löhnen von Mitarbeitern bringt, antwortet eine „Botschafterin“, die unter dem Namen Anne registriert ist: „Also ich kann davon ganz gut leben. Was viele nicht wissen, wir bekommen neben dem Grundgehalt auch Bonuszahlungen, sowie Weihnachtsgeld und Aktienpakete.“ Ein anderer „Botschafter“ beschreibt seine Abteilung in seinem Profil so: „Bin 5 Jahre bei Amazon BER3 in der Abteilung Ship, wo es familiär & lustig ist.“ FC steht für „Fulfillment Center“, also Logistikzentrum. Als Standort geben die Accounts Brieselang an, dort steht das Amazon-Logistikzentrum.

          Mehrere Accounts, darunter der von Anne, aber auch solche mit den Namen Rico und Andreas wurden im Oktober vergangenen Jahres registriert. Sie reagieren vor allem auf Themen rund um Arbeitsbedingungen, Gehalt und das Image von Amazon als Arbeitgeber. Nach Angaben von Amazon handelt es sich um echte Accounts. Die Nutzer seien Versandmitarbeiter aus dem Logistikzentrum, die ihre Beiträge selbst verfassten und hauptberuflich an anderer Stelle eingesetzt seien. Bezahlt würden sie für ihre Arbeit im Netz nicht. Der Account mit dem Namen Anne formuliert es auf Twitter so: „Wir sollen gar nichts. Ich gebe einfach nur meine Eindrücke und Erfahrungen wieder und ich habe nun mal mehr gutes als schlechtes zu sagen.“

          Im August 2018 war bekannt geworden, dass Amazon in Amerika Mitarbeiter für positive Tweets entlohnt. Amazon gab damals zu, Lagermitarbeiter dafür ausgewählt zu haben, „um der Welt zu berichten, wie die Bedingungen in den Zentren wirklich sind“. Mitarbeiter konnten sich für das Programm bewerben und wechselten dann die Abteilung, um nur noch als „Twitter-Botschafter“ zu arbeiten.

          Immer wieder wird Amazon für die Arbeitsbedingungen in den Versandzentren kritisiert. Die Mitarbeiter würden unter Druck gesetzt und ständig beobachtet. In der Adventszeit legten Angestellte in mehreren deutschen Logistikzentren die Arbeit nieder, die Gewerkschaft Verdi verlangt seit Jahren Tarifverträge für eine einheitliche Bezahlung der Mitarbeiter.

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