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Amazon-Wettbewerb : Wolkenschieber

Die Stadt und die Wolke: Sonnenaufgang über Frankfurt am Main Bild: dpa

Es geht um Innovationen im Umgang mit Behördendaten, es winken Preisgelder in einer Gesamthöhe von 250.000 Dollar: Mit einem Ideenwettbewerb will Amazon an die Daten der Kommunen herankommen.

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          Die Kanalisation, die Verkehrsbetriebe, Stromnetze, Schulgebäude und Heizkraftwerke: Die Liste der Einrichtungen, die unsere Kommunen einst an auswärtige, häufig amerikanische Investoren veräußert haben, ist lang. Und zum Glück abgeschlossen: Vor zehn Jahren ist das Cross-Border-Leasing in Amerika verboten worden. Die Kommunen sitzen auf einem weiteren Schatz: ihren Verwaltungsdaten.

          Diesen Schatz mit den Bürgern zu teilen, darin tun sich die Behörden schwer. Neben Fragen des Schutzes und der Lizenzierung öffentlich zugänglicher Daten wird die Kommunen dabei beschäftigen, welche Macht sie damit aus der Hand geben, wenn Bürgerrechtler zum Beispiel Zugriff auf die Feinstaub- oder Lärmwerte einer Stadt, Daten aus dem Krebsregister oder Bebauungspläne bekommen. Städte wie Berlin, Bremen und Hamburg haben Open-Data-Portale ins Netz gestellt und einen Anfang gemacht, Initiativen wie „Code for Germany“ bündeln Auswertungsideen und Anwendungslösungen.

          Amazon sucht Ideen und winkt mit Geld

          Jetzt interessiert sich auch Amazon für das kommunale Datenaufkommen, genauer gesagt dafür, diese Daten in seinem Geschäftsfeld Amazon Web Services in öffentlichem Auftrag zu speichern, zu spiegeln, zu sichern: Die Wahl des Rechenzentrums, in dem die Daten abgelegt werden, liegt beim Kunden, ebenso die Entscheidung, wo wie viele Sicherheitskopien liegen sollen. In jedem Fall heißt es, dass sie ausgelagert werden, wie es so schön heißt: in die Cloud. Viele Unternehmen nutzen die Rechenleistung und Speicherkapazitäten Amazons und haben das Unternehmen zum größten und einflussreichsten Cloud-Anbieter gemacht. Auch eine Sicherheitslücke, über die Forscher vor vier Jahren Nutzerkonten einfach übernehmen und Datenbestände manipulieren konnten, hat seiner Popularität keinen Abbruch getan.

          Um die Zahl der Gemeinden unter seinen Kunden zu erhöhen, veranstaltet Amazon jetzt einen Wettbewerb, die „City on a Cloud Innovation Challenge“. Preisgelder in der Gesamthöhe von 250.000 Dollar winken den Datenverwaltern und Firmen, die sich durch pfiffige Angebote im Umgang mit den kommunalen Daten hervortun. Auch hiesige Behörden sind eingeladen. Sie sollten sich fragen, was sie diesmal aus der Hand und Amazon zur Verwertung geben.

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