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„Bullyparade“ bei Amazon : Wie im richtigen Film

  • -Aktualisiert am

Das Team der „Bullyparade“: Rick Kavanian, Michael „Bully“ Herbig und Christian Tramitz (v.l.n.r.) Bild: obs/Amazon.de/Dieter Mayr

Michael „Bully“ Herbig hat einen Partner für seinen neuen Film gefunden: Amazon finanziert die „Bullyparade“. Ist Herbig mit dem Online-Kaufhaus besser bedient als mit einem Sender? Wir haben ihn gefragt.

          „Wir wollten nicht mit einem Hänschen in Deutschland starten, sondern mit einem Hans. Deswegen kam uns der Anruf von Bully Herbig gerade recht. Er ist der tollste Star in Deutschland und spricht drei Generationen an“: Christoph Schneider, Geschäftsführer von Amazon Video Deutschland, annonciert die Zusammenarbeit mit Michael „Bully“ Herbig denkbar kräftig. „Bullyparade – Der Film“, gerade am Beginn der Dreharbeiten in München, wird nach dem Kinostart 2017 bei Amazon Prime laufen. Dafür beteiligt sich Amazon an den Produktionskosten mit einer stattlichen Summe, die man aber genau wie die Zahl der Prime-Kunden nicht preisgeben will.

          „Ich mag es, Dinge auszuprobieren. Da ist bei Amazon Prime eine ganz andere Grundhaltung. Es muss nicht gleich beim ersten Mal funktionieren“, sagt Michael „Bully“ Herbig.

          Mehr als sechzig Firmen hätten sich gemeldet, praktisch jede große Produktionsfirma in Deutschland, um mit Amazon ins Geschäft zu kommen, sagt Schneider. Die eine oder andere werde auch zum Zug kommen. Der Bully-Film und die Serie „Wanted“ von und mit Matthias Schweighöfer, „werden nicht die ersten und letzten Produktionen sein, die wir in Deutschland machen“, sagt Schneider.

          Für Herbig, der meint, „mit Fünfzig einen würdigen Schlusspunkt unter die Bullyparade“ setzen zu müssen, war die Verbindung zu Amazon angeblich „Liebe auf den ersten Blick“. Der fehlende Quotendruck schaffe für Kreative eine gewisse Freiheit: „Ich mag es, Dinge auszuprobieren. Da ist bei Amazon Prime eine ganz andere Grundhaltung. Es muss nicht gleich beim ersten Mal funktionieren.“ Herbig denkt schon weiter, wie er im Gespräch mit FAZ.NET sagt: „Ich kann mir gut vorstellen, dass es heißt: Lass uns mal diese Serie ausprobieren oder diese Show machen.“

          Doch so ganz ohne Druck, erklärt Christoph Schneider im Gespräch, läuft das auch bei Amazon nicht. „Bully hat nicht den sichtbaren Quotendruck. Aber wir haben natürlich Erwartungen an den Erfolg des Films und sehen an unseren internen Benchmarks, ob er besser ist als der größte US-Blockbuster, wovon wir ausgehen, oder annähernd gleich oder schlechter.“ Dabei bekomme Herbig von Amazon Geld, aber keine inhaltlichen Vorgaben: „Wir lassen dem Künstler freie Hand. Wir reden weder Woody Allen in Amerika noch Bully Herbig in Deutschland rein. Wenn sie es schlecht machen, geht es vielleicht nicht weiter, aber wir geben zunächst einen Vorschuss an Vertrauen.“

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