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Alexa im Kinderzimmer : KI aus der Kiste

Hört zu, schreibt mit: Der Lautsprecher Amazon Echo nebst dem Alexa „Voice Service“. Bild: dpa

Dubiose Datennutzung und drastische Warnungen: Es gibt gute Gründe, warum Alexa und Co. in Kinderzimmern nichts zu suchen haben.

          Wer lässt schon einen Messerblock auf dem Tisch stehen und vertraut darauf, „dass die Kinder schon nicht drangehen werden“? Wohl niemand. Und wie ist es mit Alexa, dem „Sprachassistenten“ von Amazon? Diesen vergleicht die Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt, Cornelia Holsten, im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst mit besagtem Messerblock, um zu verdeutlichen, wie gefährlich es sei, kleine Kinder mit Alexa und artverwandten Geräten allein zu lassen. Niemand wisse, was mit den Sprachaufzeichnungen geschehe. Eingewilligt hätten die Kinder in den Mitschnitt des Gesagten ohnehin nicht, hält der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages in einem aktuellen Gutachten zu Alexa fest. Alexa und der Google Assistant sind keine nützlichen Helfer, die das Babyfon ersetzen. Es sind Abhörgeräte, die das Gehörte nicht nur aufnehmen, wenn sie dazu aufgefordert werden, sie springen auch mal einfach so an.

          Die Daten werden von Amazon und Google nicht nur als Audioaufnahme gespeichert, sie werden zum Teil verschriftlicht (wie im Falle Googles zuletzt der belgische Sender VRT NWS berichtete). Das solle dabei helfen, hieß es seitens Google zur Verteidigung, um die hinter den Gerätschaften verborgene Künstliche Intelligenz zu verbessern. Dass Daten an Dritte gehen könnten, schließt Amazon aus.

          Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags indes stellt fest, dass gerade mit Blick auf die Vereinigten Staaten vollkommen unklar sei, „zu welchen Zwecken Amazon seine Daten zukünftig nutzen könnte“. Eltern, meint die Chefin der bremischen Landesmedienanstalt, Cornelia Holsten, sollten Alexa und andere mit dem Internet verbundene Geräte konsequent aus dem Zimmer kleiner Kinder verbannen. „Alexa gaukelt den Kindern vor, ihre Freundin zu sein“, sagte Cornelia Holsten dem epd. Das führe später dazu, dass Vertrauliches mitgeteilt werde, ohne die damit verbundenen Risiken zu sehen. Den unabsehbaren Risiken, die von diesen „Sprachassistenten“ ausgehen, setzt sich freilich jeder jeden Alters aus, der sich eine Abhöranlage von Amazon oder Google ins Haus holt.

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          Michael Hanfeld

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