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Verschwörungshetzer Alex Jones : Die Lüge ist sein Geschäft, und das läuft gut

  • -Aktualisiert am

Er leugnet ein Massaker und nennt es Redefreiheit: Alex Jones, hier im Dezember 2020 in Washington, wo er die Präsidentschaftswahl in Zweifel zog. Bild: AFP

Alex Jones ist der größte Verschwörungshetzer in Amerika. Das Massaker an der Grundschule von Sandy Hook hat er als „Fake“ bezeichnet. Nun muss er 49 Millionen Dollar Strafe zahlen. Doch er hetzt weiter.

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          Mehr als 49 Millionen Dollar muss der Verschwörungstheoretiker Alex Jones den Eltern von Jesse Lewis zahlen. Der Junge starb im Dezember 2012 im Alter von sechs Jahren bei dem Schulmassaker von Sandy Hook im Kugelhagel des Amokläufers Adam Lanza, wie neunzehn weitere Sechs- und Siebenjährige sowie sieben Erwachsene. Jones hat auf seiner Website Infowars.com das Massaker immer wieder infrage gestellt und behauptet, es seien gar keine Kinder gestorben, man habe das Ganze bloß aufgeführt, um Amerikanern ihr Recht auf Waffen streitig zu machen.

          „Aus meiner Sicht alles inszeniert“

          Jones sagte unter anderem, die Geschichte sei „komplett fake, mit Schauspielern, aus meiner Sicht alles inszeniert“. Seine Äußerungen hatten zahlreichen Plattformen im Internet verbreitet. Die Eltern der ermordeten Kinder sind seither Nachstellungen und Morddrohungen ausgesetzt. Er könne gar nicht beschreiben, wie sehr Alex Jones ihm und den anderen Eltern der ermordeten Kinder in den vergangenen neuneinhalb Jahren „die Hölle auf Erden“ bereitet habe, sagte Neil Heslin, Jesses Vater, jetzt im Gerichtssaal in Austin, Texas. „Jesse war echt“, sagte Jesses Mutter, Scarlett Lewis. Sie blickte Jones dabei direkt ins Gesicht.

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