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„Lethal Weapon“ als Serie : Zwei Cops laden durch

Die Filmreihe mit Mel Gibson und Danny Glover ist Kult. Die neue Serie „Lethal Weapon“ auf Sat. 1 hält dieses Versprechen nicht.

          Schon wer dachte, die Geschichte von „Lethal Weapon“ reiche nur für einen Film im Kino – von wegen sinnloses Geballer und flache Witze –, sah sich getäuscht. Es wurden vier Filme daraus, einer beim Publikum so erfolgreich wie der andere, so dass es doch sehr verwundert, dass die Fernsehserie zum Film erst jetzt kommt, im Jahr dreißig nach dem Leinwandoriginal mit Danny Glover und Mel Gibson, das nur fünfzehn Millionen Dollar kostete.

          Axel Weidemann

          Redakteur im Feuilleton.

          Schon im Kinofilm war alles auf das Polizistengespann zugeschnitten. Danny Glover gab Roger Murtaugh, den treusorgenden Beschützer und Familienvater; Gibson spielte Martin Riggs, den lebensmüden Vietnamheimkehrer und schießwütigen Kindskopf, der den Tod seiner Frau nicht verwindet. Die Handlung von heute folgt dem bewährten Muster von damals. Die Herren marschieren irgendwo rein und schießen auf alles, was sich bewegt. Noch Fragen? Keine.

          Rasende Geländewagen, ratternde Maschinenpistolen

          Der Serieneinstieg entspricht ganz den Erwartungen. Martin Riggs (Clayne Crawford) sitzt am Steuer und brettert zum Einsatz. Das bedeutet: kreischende Gitarren, rasende Geländewagen, Staubwolken auf Wüstenwegen, ratternde Maschinenpistolen. Dann folgt der Anruf seiner Ehefrau: Das Baby kommt, er soll ruhig weiteratmen, sie mache sich derweil auf den Weg.

          Dann rückt Roger Murtaugh ins Bild. Und man freut sich noch, weil man das Gesicht von Damon Wayans aus lustigen Serien kennt und den Filmen, die am Wochenende auf RTL2 oder Kabel1 laufen („Major Payne“). Doch hier muss Wayans die personifizierte Vernunft mit Pulsuhr am Handgelenk – nach einer Herzoperation – spielen, den Widerpart von Crawfords traumatisiertem Riggs. Der ist natürlich der smartere der beiden. Murthaug muss (auch das kennen wir aus dem Kino) für Witze auf seine Kosten herhalten.

          So geht es los und so bleibt es leider. Platte Sprüche, überflüssige Details, unwahrscheinliche Stunts. Das haben andere Actionserien ohne namhafte Vorlagen schon besser hinbekommen. Denn mitunter fühlt man sich als Zuschauer doch etwas auf den Arm genommen – von einer Serie, die sich selbst viel ernster nimmt, als es die platten Running Gags vermuten ließen. Bei den amerikanischen Zuschauern kam das Feuerwerk indes so gut an, dass die erste Staffel von dreizehn auf achtzehn Folgen ausgebaut wurde.

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