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Skandal um „Deutschlands Beste“ : ZDF-Programmdirektor muss sich entschuldigen

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Bei der TV-Show „Deutschlands Beste“ wurden die Ranglisten der Kandidaten absichtlich manipuliert. Bild: dpa

Das ZDF hat jetzt eingeräumt, die Ranglisten der beiden TV-Shows „Deutschlands beste Männer“ und „Deutschlands beste Frauen“ bewusst manipuliert zu haben. Programmdirektor Himmler prüft arbeitsrechtliche Konsequenzen.

          Das Ziel der beiden Shows sollte es sein, Deutschlands beste und beliebteste Frauen und Männer zu ermitteln. Zu diesem Zweck hatte das ZDF ein dreiteiliges Verfahren zur Meinungserfassung erstellt. Neben dem Online-Voting und einem Leseraufruf der Programmzeitschrift Hörzu wurde eine Forsa-Umfrage durchgeführt.

          Im ersten Teil dieser Erhebung wurden 1016 repräsentativ ausgewählte Personen danach gefragt, welche lebenden deutschen Frauen oder Männer für sie die größte Bedeutung hätten. Die häufigsten hundert Namen wurden daraufhin auf einer Liste zusammengestellt und sollten mittels der Hörzu-Umfrage und dem Online-Voting auf fünfzig reduziert werden. Als es hierbei jedoch zu nicht näher spezifizierten „methodischen Problemen“ gekommen sei, habe man sich in der Redaktion entschieden, sich nur auf die Forsa-Umfrage zu stützen.

          Wie das ZDF am Freitag mitteilte, sei es dann bei der Vorbereitung der beiden Sendungen zu bewussten Manipulationen im Ranking gekommen, um den angefragten Gästen der Show attraktivere Plätze in der Rangliste bieten zu können. Unter anderem sei Frank-Walter Steinmeier von Platz zehn auf Platz sechs vorgerückt und Franz Beckenbauer sogar von Platz 31 auf Position neun. Auch Klaus Kleber gewann elf Plätze. Bei den Frauen schaffte es Helene Fischer von Platz zehn auf Platz fünf, Hannelore Kraft rückte um einen Platz auf, Ursula von der Leyen verlor zwei..

          Programmdirektor Himmler sprach von einem „groben Verstoß gegen die Programmrichtlinien des ZDF“ und kündigte an, auch arbeitsrechtliche Konsequenzen prüfen zu wollen. „Ich entschuldige mich bei allen Zuschauerinnen und Zuschauern, bei allen, die an den Abstimmungen teilgenommen haben, wie auch bei den betroffenen Prominenten“, so Himmler.

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