https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/8-42-milliarden-euro-rundfunkbeitrag-fuer-ard-und-zdf-18102115.html

Rekordeinnahmen : ARD und ZDF erlösen 8,42 Milliarden Euro aus Rundfunkbeitrag

  • Aktualisiert am

8,42 Milliarden Euro aus dem Rundfunkbeitrag: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat keine Finanzsorgen. Bild: dpa

Die öffentlich-rechtlichen Sender erhalten aus dem Rundfunkbeitrag mehr Geld denn je zuvor. 8,42 Milliarden Euro waren es im vergangenen Jahr. Für die Anstalten hat sich die Erhöhung des Rundfunkbeitrags gelohnt.

          2 Min.

          Die Erträge aus dem Rundfunkbeitrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland sind im vergangenen Jahr gestiegen. 2021 lagen sie bei rund 8,42 Milliarden Euro und damit knapp vier Prozent über dem Vorjahreswert, wie die Verwaltungsgemeinschaft Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio am Dienstag in Köln mitteilte. Als Grund für das Plus wurde die Erhöhung des Rundfunkbeitrags, den Haushalte und Firmen zahlen, genannt. Er stieg 2021 von monatlich 17,50 Euro auf 18,36 Euro, seit Anfang August wurde die Erhöhung umgesetzt.

          Der Rundfunkbeitrag ist die Haupteinnahmequelle für ARD, ZDF und Deutschlandradio. Die Bundesländer legen dessen Höhe per Staatsvertrag fest. 2020 lagen die Erträge bei 8,11 Milliarden Euro, 2019 bei 8,07 Milliarden. Seit 2017 steigt der Wert. Von den Rekordeinnahmen des Jahres 2021 gingen 8,26 Milliarden Euro an ARD, ZDF und Deutschlandradio, weitere 159 Millionen Euro erhielten die Landesmedienanstalten, die für die Aufsicht des privaten Rundfunks zuständig sind.

          Wenige Ermäßigungen aus sozialen Gründen

          Die Zahl der zum Rundfunkbeitrag angemeldeten Wohnungen stieg im vergangenen Jahr leicht um 0,12 Prozent auf rund 39,71 Millionen. Die Zahl der Menschen, die aus sozialen Gründen vom Rundfunkbeitrag befreit waren, hingegen sank bis Ende des vergangenen Jahres auf knapp 2,49 Millionen. Sie lag damit 5,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Entwicklung folge dem Arbeitsmarkt, hieß es zur Begründung. Die Zahl der Hartz-IV-Empfänger (Arbeitslosengeld II), die rund zwei Drittel der Befreiten ausmachten, sei ebenfalls rückläufig gewesen. Wer wegen der Pandemie seinen Job verloren habe, beziehe zudem in der Regel zunächst Arbeitslosengeld I und habe damit noch keinen Anspruch auf eine Befreiung. Gleiches gelte bei Kurzarbeitsregelungen.

          Auch die Zahl der Ermäßigungen sank 2021 laut Beitragsservice um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rund 424.000 Menschen zahlten einen Drittelbeitrag. Zur Ermäßigung berechtigt sind Menschen mit Behinderungen, etwa Blinde oder Taube.

          Bei Unternehmen, Institutionen und Einrichtungen des Gemeinwohls sah die Entwicklung hingegen anders aus. Zum Stichtag 31. Dezember 2021 waren rund 28.800 Betriebsstätten von der Beitragspflicht freigestellt, weil sie wegen staatlicher Corona-Maßnahmen geschlossen waren. Ein Jahr zuvor hatte die Zahl noch bei rund 1400 gelegen. Laut Beitragsservice meldeten zudem nach der Flutkatastrophe im vergangenen Sommer zahlreiche Betroffene vorübergehend ihre nicht mehr nutzbaren Häuser und Wohnungen ab.

          Im vergangenen Jahr waren rund 93 Prozent der Beitragskonten ausgeglichen, weil der Rundfunkbeitrag regelmäßig und pünktlich gezahlt wurde. Umgekehrt befanden sich rund 3,01 Millionen in einem Mahn- oder Vollstreckungsverfahren. Dies waren so wenige wie noch nie seit Einführung des Rundfunkbeitrags im Jahr 2013. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr betrug 8,5 Prozent. Der Beitragsservice verwies auf eine bessere Zahlungsmoral und weniger überschuldete Bürger.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

          Ukrainekrieg : Selenskyj fordert Sanktionen gegen russische Atomindustrie

          Die Strafmaßnahmen müssten die Nuklearindustrie des russischen Aggressors treffen, sagte Selenskyj in seiner Videoansprache. Jeder russische Soldat, der das AKW Saporischschja beschieße oder sich dort verschanze, werde zum Ziel ukrainischer Geheimagenten und der Armee.
          Das Mar-a-Lago-Anwesen des früheren Präsidenten Donald Trump in Palm Beach in Florida

          Razzia in Mar-a-Lago : Log Trumps Anwalt über Top-Secret-Dokumente?

          Im Juni soll ein Anwalt des früheren Präsidenten schriftlich bestätigt haben, in Mar-a-Lago lagerten keine klassifizierten Dokumente mehr. Doch die Liste des FBI über die noch dort befindlichen Papiere widerlegt das.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.