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Jahresbilanz 2016 : Mindestens 74 Journalisten getötet, 348 inhaftiert

  • Aktualisiert am

Auch nach einem Jahr waren die Umstände seine Todes noch ungeklärt: Schild mit der Aufschrift „Pressefreiheit“ auf einer Demonstration für den Fotojournalisten Ruben Esinosa in Mexiko-Stadt Ende Juli 2016. Bild: dpa

Die Zahl der wegen ihrer Arbeit entführten Journalisten steigt um sechs Prozent, die der getöteten sinkt. Doch das ist kein gutes Zeichen, erklärt die Organisation Reporter ohne Grenzen.

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          Mindestens 74 Journalisten, Bürgerjournalisten und Medienmitarbeiter sind in diesem Jahr weltweit wegen ihrer Arbeit getötet worden, fast drei Viertel von ihnen wurden gezielt angegriffen. Diese Zahlen veröffentlichte die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) an diesem Montag in ihrer Jahresbilanz zur Pressefreiheit. 57 der Getöteten seien professionelle Journalisten gewesen, neun Bürgerjournalisten und acht Medienmitarbeiter.

          Besonders erschreckend nannte die ROG-Vorstandssprecherin Britta Hilpert, dass so viele Journalisten gezielt wegen ihrer Tätigkeit angegriffen und ermordet würden: „Diese Zahlen zeigen, wie folgenlos bisher alle internationalen Bemühungen geblieben sind, Journalisten besser vor Gewalt zu schützen.“ Die Zahl der in den letzten zehn Jahren im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getöteten professionellen Journalisten liegt ROG zufolge bei mindestens 695. Die gefährlichsten Länder für Journalisten und andere Medienschaffende seien in diesem Jahr Syrien, Afghanistan, Mexiko, der Irak und der Jemen. Rund zwei Drittel der gewaltsamen Todesfälle dieses Jahr entfielen auf Kriegs- und Konfliktregionen.

          Sechs Prozent mehr inhaftierte Journalisten

          Den deutlichen Rückgang der Zahlen im Vergleich zum Vorjahr, in dem 101 Medienschaffende, darunter 67 professionelle Journalisten getötet worden sind, erklärt ROG mit dem Umstand, dass aus einigen Ländern viele Journalisten geflohen seien, weil die Fortsetzung ihrer Arbeit dort zu gefährlich gewesen wäre. In Ländern mit akuten politischen Konflikten wie Syrien, dem Irak, Libyen, dem Jemen, Afghanistan und Burundi fehlten damit unabhängige Informationen, die es auch der Weltöffentlichkeit ermöglichen würden, sich ein verlässliches Bild von der Lage dort zu machen. Abgesehen von den Kriegs- und Krisengebieten sei Mexiko auch in diesem Jahr das gefährlichste Land.

          Die Zahl der wegen ihrer Arbeit verhafteten und entführten Journalisten ist hingegen gestiegen. Zum Stichtag 1. Dezember zählte ROG mindestens 348 inhaftierte Medienschaffende (darunter Journalisten, Bürgerjournalisten und Medienmitarbeiter), sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor – die meisten von ihnen in der Türkei, in China, Syrien, Ägypten und Iran. Entführt waren zu diesem Zeitpunkt 52 Medienschaffende, ausnahmslos in Syrien, im Jemen oder im Irak. 21 von ihnen befinden sich in der Gewalt der Terrororganisation „Islamischer Staat“.

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