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30 Jahre Kulturkanal : Weshalb Arte so erfolgreich ist

Noch so jung: Der Fernsehsender Arte feiert in diesem Jahr sein dreißigjähriges Bestehen. Hier sein Logo am Hauptsitz in Straßburg. Bild: dpa

Nicht nur die deutsche Einheit jährt sich zum dreißigsten Mal. Der deutsch-französische Kulturkanal Arte feiert ebenfalls Jubiläum. Vor allem für Frankreich ist er eine Erfolgsgeschichte.

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          Mit der Wahl des Sozialisten François Mitterrand 1981 begann in Frankreich eine neue Epoche – das staatliche Monopol für Rundfunk und Fernsehen wurde ausgehebelt. Als Erste profitierten die Privatradios von der neuen Freiheit. Im Bereich des Fernsehens wurde die Lockerung des Monopols mit der Gründung des Bezahlsenders Canal+ eingeläutet (Filme, Fußball und Softpornos). Das erste frei empfangbare private Fernsehprogramm aber wurde als Kulturkatastrophe wahrgenommen: Mitterrand hatte die Lizenz ausgerechnet an Berlusconi verscherbelt. Nach ein paar Jahren machte La Cinq auch wirtschaftlich Bankrott.

          Jürg Altwegg

          Freier Autor im Feuilleton.

          Die Liberalisierung und Kommerzialisierung veränderten Frankreich. Die Werbung wurde als befreiend wahrgenommen. Die Fernsehspots konnten sehr witzig und intelligent sein – Paris huldigte einem gesellschaftlichen Phänomen. Aber das kulturelle Sendungsbewusstsein der Sozialisten und ihr Anspruch auf Volkserziehung blieben ungebrochen. So keimte die Idee eines Bildungs- und Kultursenders. Mitterrand und sein Kulturminister Jack Lang gründeten La Sept. Erste Präsidenten waren der große Historiker Georges Duby und Bernard Faivre d’Arcier, Leiter renommierter Theater und des Festivals von Avignon.

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