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ARD-Unterhaltung : Was verdient Thomas Gottschalk?

Thomas Gottschalks Dienste dürften der ARD einiges Wert sein Bild: dapd

Die ARD hat sich die Dienste des Entertainers Thomas Gottschalk gesichert. Das „Manager Magazin“ glaubt zu wissen, wie viel Geld das kostet. Doch an der genannten Summe bestehen berechtigte Zweifel.

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          Das „Manager Magazin“ hat mit einer Meldung über das Honorar, das Thomas Gottschalk angeblich künftig bei der ARD verdient, eine Kaskade in Gang gesetzt. Sechs Millionen Euro pro Jahr seien es, viermal so viel wie bislang beim ZDF, meldete das Blatt im Internet.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Das stimme „nicht annäherungsweise“, teilte das ZDF für seinen Teil mit, die ARD wollte zu der Summe nichts sagen, nur soviel: der Vertrag mit Gottschalk sei noch nicht abgeschlossen, gleichwohl bestehe die feste Absicht, eine Vereinbarung zu treffen. Zu den genannten Summen nahm dafür Gottschalks Anwalt Stellung: Beide Aussagen des „Managers Magazins“ zu Gottschalks vermeintlichen Einkünften seien falsch, sie stimmten nicht im Ansatz, entbehrten jeglicher Grundlage, man werde presserechtliche Schritte einleiten. Weder vervierfache Thomas Gottschalk sein Jahresgehalt noch erhalte er die vom „Manager Magazin“ genannte Summe.

          Die Meldung verdient in der Tat ein dickes Fragezeichen. Sechs Millionen, sagen Experten, seien dann doch ein wenig sehr zu hoch gegriffen. Zum Vergleich: die neue Talkshow von Günther Jauch lässt sich die ARD 10,5 Millionen Euro pro Jahr kosten, allerdings das Honorar und sämtliche Produktionsaufwendungen inklusive. Bei Anne Will, die für die Erstellung ihrer Show bislang 6,7 Millionen Euro bekam, sollen es jetzt - so das „Manager Magazin“, „nur“ noch sechs Millionen Euro sein, wiederum inklusive aller Kosten.

          140 Sendungen pro Jahr

          Dass Thomas Gottschalk sich finanziell verbessert, dürfte außer Frage stehen, schließlich moderiert er im Ersten künftig 140 Ausgaben der „Tagesshow“, beim ZDF hatte er ein halbes Dutzend Auftritte pro Jahr. Für jede Ausgabe von „Wetten, dass . .?“ heißt es im Hintergrund von Eingeweihten, betrage das Honorar 200.000 Euro. Das Salär, das die ARD mit Gottschalk vereinbart, soll derweil durch Werbung mitfinanziert werden. Seine Show wird im Vorabendprogramm laufen, also zu der Zeit, in der das Erste werben darf. Und so wird Gottschalks Vertrag auch mit der Werbetochter des WDR, der WDR Mediagroup, abgeschlossen. Die ARD-Vorsitzende und WDR-Intendantin Monika Piel hatte bei ihren Intendanten-Kollegen für Gottschalk auch mit dem Argument geworben: Mit ihm verdienen wir mehr Werbegeld. Ob das so kommt, wird man sehen. Auch, welche Schlüsse die ARD zieht, wenn der Erfolg ausbleibt.

          Und für Gottschalk dürften die Finanzen nicht der Grund gewesen sein, zu wechseln. Er suchte schlicht eine Herausforderung, beim ZDF war er im sicheren Hafen, im Ersten will er es noch einmal wissen, mit allem Risiko. Das darf der ARD ruhig etwas wert sein. Wieviel wirklich, das wissen die Intendanten.

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