Kommentar zu „Beziehungstat“ : Wie Begriffe den Blick auf Verbrechen verstellen

Wenn von einer „Beziehungstat“ oder gar einem „Familiendrama“ die Rede ist, wirkt das wie eine Erklärung – doch in Wahrheit verharmlosen diese Begriffe die Taten nur.
Die Polizei schließe eine „Beziehungstat“ nicht aus, hieß es in den letzten Tagen in Meldungen zu einem Verbrechen in Sankt Augustin. In einer kommunalen Unterkunft für Flüchtlinge und Obdachlose wurde die Leiche eines siebzehn Jahre alten Mädchens gefunden, das seit dem vergangenen Freitag vermisst worden war. Einen Neunzehnjährigen, in dessen Zimmer man die Tote fand, nahm die Polizei als Tatverdächtigen fest, er soll den Angriff auf die junge Frau gestanden haben. Opfer und Täter hätten sich gekannt, heißt es. Kennengelernt hätten sie sich am Vorabend der Tat in der Tat.






