Troll-Kommentare :
Meine Tage im Hass

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Dir geb ich’s: Die Kommentarfunktion im Internet lädt zu verbalen Tiefschlägen ein. Es gibt mehr Hassprediger, als man denkt.

Ich arbeite in der Online-Redaktion. Von manchen Lesern bekomme ich jeden Tag was zu hören: „Neunmalkluge“, „Hetzpresse“, „widerliche Kriegstreiber“. Kritik, so scheint es, war gestern, heute herrscht Kampf. Soll ich das persönlich nehmen?

Stellen Sie sich vor, Sie sind Bäcker. Und jeder Kunde, der Ihren Laden betritt, teilt Ihnen in ziemlich deutlichen Worten mit, dass Ihre Brötchen nun wirklich das Letzte seien, dass jedes Kind bessere Brötchen hinbekäme, dass Sie unqualifiziert seien, für diese Arbeit ganz und gar ungeeignet, die Preise vollkommen überzogen, dass Sie ja ohnehin Mitglied der Bäckermafia seien und sich alle Bäcker verschworen hätten, das Volk mit miesen, pappigen, gesundheitsschädlichen, überteuerten Brötchen zu vergiften, weshalb das gesamte Bäckerhandwerk es verdiene, gefälligst unterzugehen. Zum Abschluss sagt jeder noch etwas Unflätiges und packt einen Stapel Papiertüten ein, denn die gibt es ja umsonst. So ungefähr fühlt es sich an, Journalist zu sein, wenn man sich nicht vollkommen abschottet, sondern ab und an Leserkommentare liest.

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