Jüdische Schicksale :
Die Anfeindung in der NS-Zeit

Von
Heike Huppertz
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Hochzeitfoto von Erna und Helmut, 1932: Sie lernten sich im Sommer 1929 bei einem Ausflug an den Bodensee kennen.

Jedes Unglück jüdischer Menschen im Nationalsozialismus hatte seine eigene Färbung: Eine Arte-Dokumentation zeigt „Eine Familie unterm Hakenkreuz“.

Zur Deportation schulfrei. Als im münsterländischen Städtchen Stadtlohn die gesamte jüdische Bevölkerung – zehn Bürger – zum Abtransport auf den Lkw gebracht wird, stehen die Schulkinder mit ihrer Lehrerin Spalier und singen einstudierte Schmählieder. Ein hochbetagter Zeitzeuge der Dokumentation „Eine Familie unterm Hakenkreuz“, damals sieben Jahre alt, rezitiert die menschenverachtenden Verse Wort für Wort. Anderes, Schlimmeres mag im zeitlichen Abstand verblasst sein, diese Erinnerung ist geblieben. Ein erschütternder Moment. Hitlers Worte über „seine“ Jugend in der „Reichenberger Rede“ im Dezember 1938 kommen in den Sinn: „Sie werden nicht mehr frei sein ihr ganzes Leben.“ Hans Machemer, der Hauptprotagonist dieses Arte-Films von Jutta Pinzler und Stephan Sattig (Mitarbeit Christian Schmeink), damals ähnlich alt und mit glühendem Wunsch, zur „völkischen Gemeinschaft“ und ihrer Jugendorganisation dazuzugehören, ist freilich einer, der auch gedanklich davongekommen ist. Er ist ein Überlebender, wurde später Professor für Zellbiologie. Sein Schicksal hing aufgrund der sogenannten Nürnberger Rassegesetze und der Beschlüsse der Wannseekonferenz am seidenen Faden.

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