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Medien : Nachrichtenagentur ddp meldet Insolvenz an

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ddp am Ende? Bild: ddp

Traurige Nachrichten vom Deutschen Depeschen Dienst (ddp): Die Nachrichtenagentur hat Insolvenz angemeldet. Die seit längerem mit Problemen kämpfende Agentur beschäftigt 145 Redakteure.

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          Die Nachrichtenagentur ddp hat die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Das teilte eine Sprecherin des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg am Mittwoch mit. Ein Insolvenzverwalter sollte noch im Laufe des Tages bekannt gegeben werden.

          Als Grund nennt die Agentur in einer Presseerklärung „Zahlungsschwierigkeiten, die sich nach dem überraschenden Ausfall eines Gesellschafterdarlehens ergaben“. Mit der vorläufigen Verwaltung sei vom Amtsgericht die Berliner Kanzlei Leonhardt und Partner bestellt worden. Geschäftsführung und der vorläufige Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Christian Köhler-Ma, seien übereingekommen, „den Geschäftsbetrieb der ddp in vollem Umfang und in der gewohnten Qualität fortzusetzen. Ziel ist es, sämtliche ddp-Produkte weiterhin an die rund 300 Kunden der Nachrichtenagentur zu liefern“.

          ddp.vwd nicht betroffen

          In den kommenden Monaten, heißt es weiter, solle versucht werden, den gesamten Geschäftsbetrieb der ddp in eine Fortsetzungsgesellschaft zu übertragen. Das Tochterunternehmen ddp.vwd Wirtschaftsnachrichten GmbH ist von der Insolvenz nicht betroffen.

          ddp war 1971 als Deutscher Depeschen Dienst aus der amerikanischen Agentur UPI hervorgegangen. Mit dem Mauerfall übernahm ddp die DDR-Agentur ADN. Anfang 1999 kaufte Leo Kirchs ProSieben Media AG das Unternehmen. Doch mit der Krise des Kirch-Konzerns begann für ddp eine wirtschaftlich instabile Zeit. 2003 wurde ddp an eine Beteiligungsgesellschaft verkauft.

          Millionendarlehen blieben aus

          In jüngster Zeit hatte ddp nach neuen Finanzquellen gesucht. In einer notariellen Vereinbarung habe der Österreicher Peter Kölbel ein Darlehen von 2,5 Millionen Euro zugesagt, das aber ebenso ausgeblieben sei wie die drei Millionen, die später der Privatmann Franz Thiel investieren wollte, heißt es in der ddp-Erklärung. Daher sehe man sich nun gezwungen, den Insolvenzantrag zu stellen.

          Nach Angaben des Betriebsrats beschäftigt die ddp Nachrichtenagentur GmbH zur Zeit 145 Redakteure. Die Agentur appellierte an alle Medien, sie zu unterstützen: „Trotz der aktuellen finanziellen Schwierigkeiten bleibt es eine medien- und gesellschaftspolitische Notwendigkeit, daß es zwei deutsche Nachrichtenagenturen gibt. Nur so kann in einer Zeit, in der sich Medien immer stärker auf Agenturdienste beziehen, die publizistische Vielfalt und der Wettbewerb gewahrt bleiben.“

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