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Medien : Medienwissenschaftler kritisiert Kriegsberichterstattung

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Auch ohne Desinformationskampagnen des Pentagon wird die Öffentlichkeit schlecht informiert, meint der Medienwissenschaftler Michael Haller.

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          Als „Angriff auf die Informationsfreiheit“ hat der Medienwissenschaftler Michael Haller inzwischen dementierte Pläne im amerikanischen Verteidigungsministerium bezeichnet, ausländische Medien gezielt mit Falschmeldungen zu füttern.

          Dem Vorhaben des Pentagons, über das die „New York Times“ berichtet hatte, sollten die europäischen Medien mit besserer Recherche entgegentreten. „Wenn wir weiterhin einen solch schlampigen Informationsjournalismus haben, dann sind dieser Strategie Tür und Tor geöffnet“, sagte Haller, Journalistik-Professor und Direktor des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig, am Donnerstag in einem dpa-Gespräch.

          Als Negativbeispiel führte Haller die jüngste Afghanistan-Berichterstattung an. „Fernsehsender haben Bildmaterial gekauft, bei dem niemand die genaue Quelle kannte. Oft war es Archivmaterial. Da es vom Krieg selbst keine Bilder gab, war man außerdem auf die Lieferungen des Pentagons angewiesen“, sagte Haller. Auch die Printmedien seien mit der Krisenberichterstattung nicht selten überfordert. „Man schickt Korrespondenten ohne Hintergrundkenntnisse in eine Kriegsregion, damit sie in 24 Stunden einen Exklusivbericht liefern“.

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