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Medien : Archiv: Sendestart für „German TV“ - Das Beste aus ARD und ZDF für Amerika

  • Aktualisiert am

Medienexperte Uwe Karrmann bezweifelt schnelle schwarze Zahlen bei "German TV" Bild: dpa

Vorerst im Probebetrieb haben ARD und ZDF gemeinsam mit der Deutschen Welle ihren kostenpflichtigen Auslandssender „German TV“ gestartet.

          ARD und ZDF haben am Freitag in Berlin ihren gemeinsamen Auslandskanal „German TV“ gestartet. Über den mit der Deutschen Welle in Berlin betriebenen Sender können in Zukunft Fernsehzuschauer in Amerika rund um die Uhr eine Auswahl aus dem öffentlich-rechtlichen Programm empfangen. Das Angebot richtet sich an deutschsprachige Zuschauer und soll 15 US-Dollar im Monat kosten. Der Bund finanziert das Projekt bis zum Jahr 2005 mit jährlich 5,1 Millionen Euro.

          Der ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen, ZDF-Intendant Dieter Stolte und der Intendant der Deutschen Welle, Erik Bettermann, drückten am Freitag gemeinsam auf den Startknopf. ARD und ZDF steuern kostenlos je 40 Prozent zum Programm bei, die Deutsche Welle trägt 20 Prozent. Nach einem Probelauf soll „German TV“ vom 8. April an über Satellit ausgestrahlt werden. Dafür müssen sich die Zuschauer in Amerika eine Empfangsanlage für rund 400 Dollar zulegen. Geplant ist auch die Einspeisung in regionale Kabelnetze.

          Mit 70.000 Abonnenten in die schwarzen Zahlen

          Schwarze Zahlen soll der Sender nach Angaben von Bettermann in spätestens sieben Jahren schreiben. Dafür sind mindestens 70.000 Abonnenten in Amerika notwendig. In den kommenden drei Jahren will die Deutsche Welle außerdem prüfen, ob „German TV“ für Kanada und Lateinamerika mit ihren großen deutschsprachigen Gemeinden ausgestrahlt werden soll. Nach Untersuchungen der Deutschen Welle gibt es in Amerika mindestens 2,5 Millionen Haushalte, in den mindestens eine Person Deutsch versteht.

          Auf dem Programm von „German TV“ stehen unter anderem die Talkshows von Sabine Christiansen, Johannes B. Kerner, Alfred Biolek und Maybrit Illner, der aktuelle „Tatort“ sowie eine einstündige Zusammenfassung der Bundesliga am Sonntag. „Tagesschau“ und „heute journal“ werden um eine Stunde zeitversetzt gesendet.

          Antwort auf die Herausforderungen der Globalisierung

          Mit „German TV“ stellten sich die öffentlich-rechtlichen Anstalten den Herausforderungen der Globalisierung, sagte Pleitgen. Die Öffentlichkeit in Amerika könne nun aus erster Hand Informationen über die Haltung Deutschlands zu wichtigen internationalen Fragen erhalten. Stolte betonte, auch in Zukunft bleibe die Deutsche Welle mit ihren Programmen für den Auslandsrundfunk zuständig.

          Die Entscheidung zur Anschubfinanzierung sei dem Bund nicht leicht gefallen, sagte Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin (SPD). Die Kooperation mit ARD und ZDF sollte der Deutschen Welle neue Spielräume für ihre anderen Programme verschaffen. Er denke dabei auch an ein fremdsprachliches Angebot für Zuschauer in Deutschland, dabei vor allem an die große Gruppe der Türken.

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