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Marssonde „Hope“ : Erstaunliche Frauenquote in den Arabischen Emiraten

Sarah Al Amiri war für die wissenschaftliche Planung der „Hope“-Marsmission der Vereinigten Arabischen Emirate verantwortlich. Bild: Mohammed Bin Rashid Space Centre

Ambitionierte Wissenschaftlerinnen im Nahen Osten: Wer denkt, Raumfahrt sei Männersache, der sollte einen Blick auf die „Hope“-Marsmission der Vereinigten Arabischen Emirate werfen.

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          Wenn wir derzeit wieder einmal darüber nachsinnen, was man dagegen tun kann, dass Frauen hierzulande immer da von Unterrepräsentation heimgesucht werden, wo Tätigkeiten besonders wichtig, hochbezahlt oder wissenschafts- und technologienah sind, dann mag es zumindest eine interessante Inspiration sein, den Blick in den Mittleren Osten schweifen zu lassen – zugegeben, keine Region, an die man auf der Suche nach Impulsen zur Erreichung von Gleichberechtigung als Erstes denken würde.

          Die Vereinigten Arabischen Emirate aber werben dieser Tage angesichts des bevorstehenden Starts ihrer „Hope“-Marsmission ganz offensiv mit einer erstaunlichen Frauenquote: 34 Prozent der am Projekt Beteiligten sind demnach Frauen, unter den Wissenschaftlern der Mission sind es gar achtzig Prozent. Gerade im traditionell männerdominierten Raumfahrtbusiness sind solche Zahlen alles andere als selbstverständlich. Die Hope-Sonde soll von 2021 an unseren Nachbarplaneten umkreisen und dabei die dort herrschenden atmosphärischen Bedingungen zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten erforschen.

          Nur die besten Köpfe

          Wer die wissenschaftliche Missionsleiterin Sarah Al Amiri zum hohen Frauenanteil der Mission befragt, eine dreiunddreißigjährige Informatikerin mit Erfahrung im Satellitenbau und seit 2017 Wissenschaftsministerin der Emirate, wird mit weiteren unerwarteten Zahlen versorgt. Siebzig Prozent aller Universitätsabschlüsse gingen in den Emiraten an Frauen und immerhin 56 Prozent aller Abschlüsse in den mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Mint-Fächern. Der hohe Frauenanteil im Mars-Team sei da nur natürlich. Sie selbst habe technische Berufe nie als Männerdomäne gesehen. Mit dieser Sicht sei sie erstmalig im Alter von siebzehn Jahren konfrontiert worden – durch einen australischen Freund der Familie.

          Die „Hope“-Sonde soll die Bedingungen in der Marsatmosphäre im Wechsel der Tages- und Jahreszeiten erforschen.

          Ein weiterer Faktor für den hohen Frauenanteil könnte laut Al Amiri sein, dass der in ihrem Land erst 2006 auf den Weg gebrachte Raumfahrtsektor neu genug sei, um keine eingefahrenen, Männer bevorzugenden Strukturen entwickelt zu haben. Dadurch existiere die nötige Offenheit, Menschen auf der Grundlage ihres Talents unabhängig von deren Geschlecht einzustellen. Das sei genau das Vorgehen der Hope-Mission gewesen: Sie hätten einfach die besten Köpfe unter den Universitätsabsolventen aus den Natur- und Ingenieurwissenschaften angeworben. Das klingt nach keiner verkehrten Strategie. Wenn eine solche vorurteilsfreie, ausschließlich qualifikationsbasierte Auswahl dann aber zu einem achtzigprozentigen Frauenanteil auf Seiten der Missionswissenschaftler führen kann, dann sollten die Männer die Vorteile einer Quote vielleicht doch noch einmal neu durchdenken.

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