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Zuckerbergs Pläne : Was ist eigentlich Facebook?

Er weiß nicht, was soll es bedeuten: Mark Zuckerberg. Bild: Reuters

Wir sind kein Medienunternehmen: Darauf lautete das Credo des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg bis jetzt. Angesichts des Rufs nach publizistischer Verantwortung scheint er umzudenken. Oder doch nicht?

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          Mark Zuckerberg hat eines der mächtigsten Unternehmen der Welt gegründet, doch was es mit Facebook dem Grunde nach auf sich hat, scheint ihm ein Rätsel zu sein, dessen Lösung er sich erst langsam annähert.

          Noch vor wenigen Wochen, als die Diskussion über „Hate Speech“ und „Fake News“ einen Höhepunkt erreicht hatte und der Vorwurf aufkam, Facebook habe die Wahl des Faktenverdrehers Donald Trump zum amerikanischen Präsidenten begünstigt, hielt Zuckerberg daran fest, dass man für Inhalte nicht hafte. Auf die Frage nach der publizistischen Verantwortung von Facebook hatte er bei einer Pressekonferenz gesagt: „Wir sind ein Technik-Unternehmen, kein Medien-Unternehmen“.

          „Eine neue Art Plattform“

          Jetzt, in einem Gespräch mit der Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg, beschrieb Zuckerberg seinen Netzwerkkonzern immerhin als „neue Art Plattform“: „Es ist kein traditionelles Technik-Unternehmen, es ist kein traditionelles Medien-Unternehmen.“ Man schreibe die Nachrichten, die von Facebook transportiert werden, nicht selbst, wisse aber auch, dass man mehr tue, als sie zu transportieren, und man „eine bedeutende Rolle im öffentlichen Diskurs“ spiele. Man fühle sich dafür verantwortlich, wie die Technologie, die Facebook aufgebaut habe, genutzt werde.

          Das klingt angesichts des allfälligen Rufs nach gesetzgeberischen Schritten gegen den Konzern und nach unternehmerischer Verantwortung, die Facebook endlich anzunehmen habe, nach einem vorsichtigen Umdenken. Es entspricht aber in seiner Vagheit auch der von Zuckerberg bislang geübten Haltung „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“. Es ist schon erstaunlich, welch lange Bedenkzeit der Konzernbesitzer, der sich so gerne als Weltentwicklungshelfer und Menschheitsretter inszeniert, braucht, bis er sich einen Reim auf die Folgen des Wirkens von Facebook gemacht hat. Sollte er auf Zeit spielen, wäre er schlecht beraten. Und darauf hoffen, dass der Algorithmus alle Probleme für ihn beseitigt, sollte Mark Zuckerberg auch nicht. Die ganze Welt wartet auf eine klare Ansage von ihm in eigener Sache: Was nun, Facebook?

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

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