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Märchenverächter Dawkins : Alles viel zu unwahrscheinlich

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Adé Froschkönig! Der Biologe Richard Dawkins möchte den Glauben austreiben und rät von Märchenstunden ab. Stattdessen sollte man Kinder das skeptische Denken lehren. Wir sind da skeptisch.

          Dies ist kein Märchen. Es steht ja in den britischen Zeitungen, was Richard Dawkins dieser Tage beim Cheltenham Science Festival erklärte. Unser Mann, ein bekannter Biologe, wollte bisher nur den Erwachsenen den Glauben austreiben. Bücher wie „Der Gotteswahn“ und „Die Schöpfungslüge“ gaben der Botschaft vielleicht etwas reißerisch Ausdruck, wurden aber (ob dennoch oder deshalb, lassen wir mal offen) zu Verkaufsschlagern.

          Das Magazin „Prospect“ ernannte Dawkins 2005 nach Noam Chomsky und Umberto Eco zum „drittwichtigsten“ Intellektuellen der Welt. Dies wiederum erklären wir gleich für ein Schauermärchen. Dawkins hat sich dem verschrieben, was er wissenschaftliches Denken nennt, und dabei manches herausgefunden.

          Adé, Froschkönig

          Zum Beispiel: „Die Wahrscheinlichkeit, dass es keinen Gott gibt, würde ich bei etwa 98 Prozent ansetzen.“ Ebenso gering sei aber die Wahrscheinlichkeit – hier spricht wieder der Biologe vom Fach –, dass aus Fröschen Prinzen werden. Aber nein, so sagt er’s nicht ganz, er hat’s ja nicht mehr im Kopf und dreht’s um, und es geht überhaupt sehr durcheinander:

          „Es gibt einen interessanten Grund dafür, warum aus einem Prinzen kein Frosch werden kann – es ist statistisch zu unwahrscheinlich.“

          Es walte die kleine Hex'

          Eher schädlich und verderblich sei es darum, den Kindern „eine Anschauung der Welt einzuimpfen, die das Übernatürliche einschließt – davon haben wir sowieso genug“. Ob es denn gut sei, fragte er ins Publikum, die Kinderphantasien weiter zu fördern, magisch, wie diese nun einmal seien? Oder sollten wir nicht vielmehr das skeptische Denken der lieben Kleinen fördern?

          Folgen wir seinem Rat und betrachten die Skepsis ihrerseits skeptisch. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Märchen für Kinder weiter halten werden, schätzen wir unsererseits auf 99,9 Prozent. Das walte die kleine Hex’.

          Lorenz Jäger

          Redakteur im Feuilleton.

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