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Männliche Psyche : Warum Frauen nicht zu viel verdienen sollten

Auf dem Sofa Zeitung lesen während die Frau das Geld verdient? Was traumhaft klingt, ist für Männer eher ungesund. Bild: Picture-Alliance

Immer mehr Frauen bringen mehr Geld in die Haushaltskasse als ihre Ehemänner. Dass dies für viele Männer aber Stress statt Entlastung bedeutet, behauptet nun eine aktuelle Studie.

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          Dass Männer es schwer haben, wissen wir nicht erst seit Herbert Grönemeyer. Und dennoch: Man macht sich im Allgemeinen gar keine Vorstellung davon, welchen Belastungen die männliche Psyche tatsächlich ausgesetzt ist. Eine zentrale Rolle dabei spielen, man hatte es schon vermutet, die Frauen. Denn während es mit ihnen auf dem Arbeitsmarkt langsam, aber doch immer stärker vorangeht – so ist beispielsweise der Anteil von amerikanischen Frauen, die mehr verdienen als ihre Ehemänner, zwischen 1980 und 2017 von dreizehn auf 31 Prozent gestiegen –, geht es mit dem männlichen Wohlbefinden immer weiter bergab.

          Das wurde nun von der Ökonomin Joanna Syrda von der britischen Universität Bath im Fachjournal „Personality and Social Psychology Bulletin“ empirisch bestätigt. Um herauszufinden, wie sich das relative Einkommen der Partnerin auf die psychische Gesundheit von Männern auswirkt, wertete sie Daten einer amerikanischen Panel-Studie zur Einkommensdynamik aus, in der rund sechstausend heterosexuelle Paare zwischen 2001 und 2015 alle zwei Jahre zu ihrer finanziellen Situation und dem psychologischen Stresslevel des Mannes befragt wurden.

          Dabei zeigte sich, dass Männer am entspanntesten sind, wenn ihre Partnerin vierzig Prozent zum Gesamteinkommen des Haushaltes beisteuert. Bei einem geringeren Anteil steigt der Stress als Hauptversorger – allerdings weit weniger stark als in dem Fall, dass die Frau die Versorgung des Haushaltes übernimmt. Dann schießen die Stresswerte ganz bedenklich in die Höhe. Der Mann wird nervös, ruhelos, fühlt sich traurig und wertlos.

          Das liegt an zweierlei, spekuliert die Autorin der Studie. Zum einen verschieben sich mit geändertem Einkommensverhältnis die Machtverhältnisse innerhalb der Partnerschaft. Die Verhandlungsposition des Mannes wird geschwächt, auch die Gefahr, bei Unzufriedenheit verlassen zu werden, wird größer. Zum anderen, und das sieht die Ökonomin als noch wichtigeren Aspekt an, hat der moderne Mann nach wie vor mit der verbreiteten gesellschaftlichen Erwartung zu kämpfen, dass er federführend für den Broterwerb verantwortlich zu sein habe. Alles andere kratzt an seiner kulturell geprägten Männlichkeit. Kein relevanter Faktor scheint dagegen der größere Anteil des weniger Berufstätigen an der leidigen Hausarbeit zu sein, dieser Einfluss wurde in der Studie herausgerechnet. Ebenso der Einfluss der Höhe des Gesamteinkommens.

          Immerhin, so mag man aus deutscher Perspektive hinzufügen, verstehen wir jetzt endlich das Ehegattensplitting etwas besser. Denn die Steuerersparnis, die sich bei sehr ungleichem Einkommen der Ehepartner einstellt, kann zur Stresskompensation sofort in gesundheitsfördernde Maßnahmen investiert werden.

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