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Wegen geplanten Hotels : Loreley-Bühnen-Pächter rechnet nicht mehr mit mehrtägigen Festivals

  • Aktualisiert am

Publikum beim Bizarre-Festival im Juli 1987 auf der Freilichtbühne Loreley Bild: Picture-Alliance

Weltberühmte Bands sind auf dem Loreley-Felsen aufgetreten. Jetzt soll dort ein Siebenhundert-Betten-Hotel entstehen. Droht für immer das Aus der mehrtägigen Rockfestivals hoch über dem Rhein?

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          Im Streit um die Loreley-Bühne rechnet der Pächter auch wegen eines geplanten Siebenhundert-Betten-Hotels mit dem endgültigen Ende der traditionsreichen mehrtägigen Musikfestivals. Zahlreiche teils weltbekannte Rockbands waren im Laufe der Jahrzehnte auf der berühmten Loreley am Rhein aufgetreten. „Mit dem Wegfall des Campingplatzes ist es wirtschaftlich unsinnig geworden, mehrtägige Festivals auf der Freilichtbühne zu veranstalten“, teilte Ulrich Lautenschläger von der Loreley Venue Management GmbH am Freitag in einem offenen Brief an „alle Bürger der Stadt St. Goarshausen“ mit.

          Der Loreley-Zeltplatz wurde inzwischen geschlossen. Hier und auf der benachbarten Höhenwiese wollen Investoren für neunzig Millionen Euro bis 2024 ein Hotel mit dachbegrünten Gebäuden bauen. Lautenschläger vermutet, dass den künftigen Gästen „Rockkonzerte in unmittelbarer Nachbarschaft natürlich ein Dorn im Auge sein werden“. „Permanente Auseinandersetzungen zwischen den Nachbarn sind vorprogrammiert.“

          Die Kleinstadt St. Goarshausen am Fuße der denkmalgeschützten Freilichtbühne aus der NS-Zeit und die Loreley Venue Management GmbH streiten schon seit Jahren um die Pacht. Die Veranstalter-Firma hat sie deutlich gekürzt, weil die Stadt die zugesagte Renovierung der Bühne bis heute nicht abgeschlossen und mangelhaft ausgeführt habe. Loreley Venue habe selbst einen siebenstelligen Betrag investiert. Die Stadt wiederum verklagte die Veranstalter-Firma wegen der ausstehenden Pacht beim Landgericht Koblenz. Die Stadtverwaltung war am Freitagnachmittag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

          Das Landgericht hatte ein Mediationsverfahren angeregt – bislang ohne Erfolg. Lautenschläger erklärte jetzt: „Das Landgericht Koblenz wird im Januar entscheiden können, ob es die Kündigungen für rechtmäßig hält.“ Das Gericht habe vor einem langwierigen Prozess gewarnt, wenn es keine Einigung in einem Mediationsverfahren gebe. „Wir waren immer bereit für so ein Verfahren, aber die Stadt nicht.“

          Damit drohe generell ein mögliches jahrelanges Aus für Konzerte auf der Loreley. „Wir werden die Freilichtbühne niemals kampflos aufgeben. Zu viel Zeit, Energie und finanzielle Mittel haben wir in die Neubelebung der Freilichtbühne gesteckt, die uns seit mehr als zehn Jahren ein Herzensanliegen ist“, betont Lautenschläger im dem offenen Brief. Dieser ist auch vom Mitgesellschafter der Loreley Venue unterzeichnet, dem Medienunternehmer Frank Otto, Sohn des Otto-Versand-Gründers Werner Otto.

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