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Literatur : Stimmen zum Tod von Norman Mailer

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„Die Nackten und die Toten” werden bleiben: Marcel Reich-Ranicki Bild: F.A.Z.-Wolfgang Eilmes

„Nicht unbedingt ein bedeutender Schriftsteller und doch ein Autor, dessen Weltruhm seine guten Gründe hat“: Marcel Reich-Ranicki und Bernard-Henri Lévy zum Tode Norman Mailers.

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          „Nicht unbedingt ein bedeutender Schriftsteller und doch ein Autor, dessen Weltruhm seine guten Gründe hat“: Marcel Reich-Ranicki und Bernard-Henri Lévy zum Tode Norman Mailers.

          Marcel Reich-Ranicki

          Der amerikanische Autor Norman Mailer war nicht unbedingt ein bedeutender Schriftsteller - die meisten seiner Bücher sind längst vergessen - und doch ein Autor, dessen Weltruhm seine guten Gründe hat. Geboren 1923 als Sohn litauischer Einwanderer im Staat New Jersey, studierte er an der Harvard University und wurde Soldat im Pazifik. Bald veröffentlichte er Romane, Dramen, Gedichte und vor allem Artikel und Essays. Als sein bestes Buch gilt der Roman "Die Nackten und die Toten", eine anschauliche und aufregende Darstellung des erbitterten Kampfes um eine Insel im Pazifik, die von starken japanischen Einheiten verteidigt wird, die amerikanischen Soldaten wurden von Mailer als typische Vertreter der Gesellschaft in den Vereinigten Staaten verstanden. Mailer war und blieb ein umstrittener zeitkritischer Schriftsteller, der überall seine Leser gefunden hat. Einen außerordentlichen Einfluss übte er mit seinen publizistischen Arbeiten aus, seine Gedichte und Dramen hatten freilich nur ein geringes Echo. Viel Interesse fand hingegen das abenteuerliche Leben von Norman Mailer. Die amerikanische Massenpresse berichtete oft und gerne über seine Keilereien (in einer hat er ein Auge verloren). Er war sechsmal verheiratet, eine seiner Frauen hat er mit einem Messer ernsthaft verletzt und wurde zu einigen Jahren Gefängnis (auf Bewährung) verurteilt. Ich bin nicht sicher, dass viele Bücher über den Zweiten Weltkrieg bleiben werden. Doch für "Die Nackten und die Toten" gilt das bestimmt.

          Bernard-Henri Lévy

          Ein Gigant der amerikanischen Literatur. Einer der Letzten weltweit, der ein Werk in beiden Registern, in Büchern und im Leben, geschaffen hat: Er hat seine Bücher gelebt. Er schrieb sein Leben. Bei unserem letzten Treffen vor zwei Jahren trug ich ihm diese Hypothese über sein Schaffen vor - und er hat sich totgelacht.

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