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Literatur : Stephen King bekommt National Book Award

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King: „Herausragende Beiträge für das geschriebene Wort” Bild: dpa

Oft verschmäht als „Fließband“-Autor, darf sich der amerikanische Schriftsteller Stephen King nun in eine Reihe mit John Updike und Arthur Miller stellen. King wird mit einem renommierten amerikanischen Literaturpreis ausgezeichnet.

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          Der amerikanische Bestseller-Autor Stephen King wird nach amerikanischen Medienberichten mit einem renommierten Literaturpreis, dem „National Book Award to American letters“, geehrt. Kings Werke, die oft als „Fließband-Literatur aus der Stephen King-Fabrik“ verschmäht werden, seien „herausragende Beiträge für das geschriebene Wort“, zitiert die „New York Times“ die Stiftung National-Book.

          Der Preis ist eine der wichtigsten nationalen Buchpreise in Amerika und rangiert hinter dem Nobel- und Pulitzerpreis auf Platz drei der begehrtesten Auszeichnungen. In die Galerie der Preisträger reihen sich so anerkannte Literaten, wie John Updike, Arthur Miller, Philip Roth und Toni Morrison, ein.

          200 Millionen Exemplare verkauft

          Stephen King ist mit einer Buchauflage von über 200 Millionen Exemplaren der meistgelesene Horror-Autor aller Zeiten. Über 25 Romane, rund 100 Kurzgeschichten, vier Geschichtensammlungen, ein Sachbuch und ein knappes Dutzend Filmdrehbücher entstammen seiner Feder. Nicht alle Werke veröffentlichte er unter seinem richtigen Namen - was seinem Erfolg keinen Abbruch tat: Unter dem Pseudonym „Richard Bachman“ zum Beispiel kam sein Bestseller „Running Man“ 1987 auf den Markt.

          Es sei das erste Mal, daß ein Preisträger so populären Genres, wie Horror, Thriller und Science-Fiction, entstamme, heißt es aus den Reihen der Stiftung. Vorstandsmitglieder begründeten die Entscheidung mit Kings Talent als Geschichtenerzähler, seinen Spenden an Büchereien und Schulbibliotheken sowie die Vielzahl seiner Werke, die „viele Leser zu wahren Leseratten“ gemacht hätten.

          Literaturkritiker reagieren empört

          Vor allem aber hätten Verlage Druck auf die Stiftung ausgeübt, das „schläfrige Ansehen ihrer Literaturpreise mit einem so populären Autor aufzupeppen“, berichtet die „New York Times“. Nicht zuletzt habe sich King mit seinen Vorlagen für etliche Kinofilme auch als „kultureller Einfluß“ verdient gemacht.

          Literaturkritiker reagierten mit offener Kritik an der Preisvergabe. Die Tatsache, daß „sie (in Kings Werken) auch nur einen Funken von literarischem Wert, ästhetischer Errungenschaft oder erfinderischer Intelligenz zu sehen meinen, spricht für ihre eigene Dummheit“, bescheinigte der Yale-Professor und Kritiker Harold Bloom der Stiftung. Ähnlich zeigte sich Richard Snyder, einer der Stiftungsgründer, empört: „Dies setzt ihn (King) auf ein Podest mit vielen herausragenden Schriftstellern. Er verkauft viele Bücher. Aber Literatur bietet er nicht“.

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