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Literatur : Schriftsteller Carl Amery gestorben

  • Aktualisiert am

Carl Amery, 1922 - 2005 Bild: dpa

Er schrieb Hörspiele, mehrere Romane und wurde vor allen Dingen durch seine kulturkritischen Essays bekannt. Im Alter von 83 Jahren ist der ökologische „Querdenker“ Carl Amery in München gestorben.

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          Carl Amery galt als Vordenker der ökologischen Bewegung. „Ich habe meine ökologische Perspektive seit 1972 nicht ändern müssen“, hat der Schriftsteller und Publizist einmal gesagt. Im Alter von 83 Jahren ist der ökologische „Querdenker“ bereits am vergangenen Dienstag (24. Mai) in München gestorben. Wie der Luchterhand Literaturverlag weiter mitteilte, wurde Amery am Montag in München beerdigt.

          Amery schrieb Hörspiele, mehrere Romane und wurde vor allen Dingen durch seine kulturkritischen Essays bekannt. Zuletzt erschienen vor wenigen Wochen die von ihm herausgegebenen „Briefe an den Reichtum“. Von 1989 bis 1991 war er Präsident des deutschen PEN-Zentrums. Der Zeitkritiker und Naturschützer galt als widerborstiges und scharfzüngiges Original.

          Diagnostiker, nicht Pessimist

          Seine Radikalität im Denken hatte der mehrfach ausgezeichnete Schriftsteller und Humanist mit seinem Buch „Global Exit. Die Kirchen und der totale Markt“ noch einmal unterstrichen, das im Jahr 2002 zu seinem 80. Geburtstag am 9. April erschienen war. Dort hieß es radikal wie in seinen früheren Schriften: „Es ist vorauszusehen, daß die Lebenswelt, wie wir sie kennen und bewohnen, im Laufe des anhebenden Jahrtausends zusammenbrechen und unbewohnbar werden wird.“ Der Katholik Amery sah sich aber nicht als Pessimist, sondern als „Diagnostiker“.

          Mit seinen kritischen Essays zum Katholizismus und zum zerstörerischen Umgang mit der Schöpfung gab Amery der gesellschaftspolitischen Diskussion in Deutschland in den zurück liegenden Jahrzehnten immer wieder neue Anstöße. Der gebürtige Münchner setzte sich in zahlreichen Schriften unermüdlich für eine zeitgemäße Umweltpolitik ein. Barocke Fabulierkunst, apokalyptische Untergangsvisionen und moderne Zivilisationskritik gehörten dabei zu den tragenden Elementen in seinem Werk.

          Streitbarer Moralist

          Als Sohn eines Hochschulprofessors für Geschichte unter dem bürgerlichen Namen Christian Anton Mayer geboren, arbeitete Amery seit 1950 als freier Autor. Er gehörte 1981 zu den ersten Unterzeichnern des Appells der Schriftsteller Europas für Abrüstung und Frieden. Amery war auch Mitglied der „Gruppe 47“. Auch dem Verband deutscher Schriftsteller stand er zeitweilig vor.

          Werke wie „Die ökologische Chance“ (1985) oder „Leb wohl geliebtes Volk der Bayern. Ein Requiem für die Wittelsbacher, ihre Beamten, Untertanen und Erben“ (1980) zeigten die Bandbreite des Romanciers, Hörspielautors und Essayisten. Die Streitschrift „Kapitulation oder Deutscher Katholizismus heute“ löste 1963 ein großes Echo und eine leidenschaftliche Debatte aus. In dem Roman „Die Wallfahrer“ (1986) reflektierte der Moralist den Katholizismus. Sein autobiografisch eingefärbter Roman „Das Geheimnis der Krypta“ (1990) spielt dort, wo sein innerer Werdegang mit geprägt wurde - in der katholischen Domstadt Freising bei München.

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