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Limburger Bischof : Ausweitung der Konfliktzone

Während die Untersuchungskommission tagt, werden im Fall Tebartz-van Elst neue Konfliktlinien gezogen - weit über den Rand vergoldeter Badewannen hinaus.

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          In der Limburger Hängepartie – warten auf das Ergebnis der Untersuchungskommission – wollen die Gegenspieler des exilierten Bischofs die Konfliktlinien festschreiben. Konflikttheoretisch ist das verständlich, soll die Luft nicht einfach entweichen und die Frage, wann ein Amtsverzicht geboten ist und wann nicht, eine unerwünschte Richtung nehmen.

          Das Bemühen, die Positionen zu konservieren, hat jedoch gelegentlich etwas verzweifelt Schlichtes an sich, wie jüngst, als Joachim Valentin, der Leiter des Frankfurter Hauses am Dom, erklärte, „dass, wer diesen Bischof öffentlich verteidigt, schlicht seine eigene Seriosität verspielt hat“. Derart apodiktisch den Gegner mundtot machen zu wollen und zugleich den Einzug von mehr Verfahrensgerechtigkeit und Transparenz in seiner Kirche zu fordern, ist natürlich kein Ausweis von Brillanz und medialer Klugheit – den beiden Tugenden, die dem Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz, einem anderen Gegenspieler des Bischofs, vom neuen Limburger Generalvikar bescheinigt werden.

          Gewiss nicht unbrillant hatte zu Eltz formuliert, er wisse, dass es in der Limburger Affäre auch andere Meinungen als seine eigene, dass es also auch Befürworter des Bischofs gebe: „Mir liegt sehr daran, dass auch sie sich geachtet fühlen, ihre Meinung ungehindert äußern und für ihre Auffassung öffentlich werben dürfen.“ Von medialer Klugheit zeugt dieser Satz allemal, denn die Dramaturgie wird sich ohne Stimmen, die den Bischof verteidigen, kaum noch einmal hochfahren lassen. Wenn zu Eltz erklärt, „dass es mit Franz-Peter Tebartz-van Elst im Bistum Limburg keinen Meter mehr weiter geht“ und dass eine Rückkehr nach Limburg „überhaupt nicht in Frage kommt“, dann kann diese Meinungsäußerung nur Wirkung entfalten, wenn es Leute gibt, die ihr widersprechen, ohne deshalb schon als unseriös zu gelten. Welcher Sender wird sich denn künftig noch für Tebartz-Podien interessieren, wenn da nur Leute sitzen, die sich einig sind?

          Vorsorglich zieht der medienkluge Stadtdekan schon mal eine neue Konfliktlinie ein, den Abstraktionsgrad von überteuerten Badewannen bewusst übersteigend. Er sieht hinter der päpstlichen Anordnung der Hängepartie einen „Kampf um den Kurs der Kirche in Deutschland“ toben – ein weites Feld, das in jedem Fall die Ausweitung der Konfliktzone garantiert. So oder so geht nichts ohne Objektkonstanz zum verschwundenen Bischof, die sich nur herstellen lässt, wenn die Kontroverse scharf bleibt. Sonst heißt es am Ende, wenn der Bischof wiederkommt: aus den Augen, aus dem Sinn.

          Christian Geyer-Hindemith
          Redakteur im Feuilleton.

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