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Une lettre : Cher Manfred!

  • -Aktualisiert am

Seit 2004 im Europäischen Parlament: Manfred Weber. Bild: EPA

Les politiciens ne sont pas tenus de parler des langues étrangères. Mais qu’en est-il d’un homme politique qui est membre du Parlement européen?

          Le gouvernement régional wallon de Belgique veut faciliter l’apprentissage du français pour des gens comme vous, cher Manfred Weber. Il a en effet récemment été rapporté que la Belgique réfléchissait sérieusement – et ce au grand dam de l’Académie française à Paris – à simplifier les cas les plus compliqués de grammaire française. Deux anciens professeurs belges s’étaient ainsi aventurés dans une tribune parue dans „Libération“: Admettons-le, les règles pour adapter le participe passé sont obsolètes et compliquées au point d’absurdité, écrivaient-ils, affirmant qu’il faut y consacrer au moins quatre-vingts heures d’apprentissage, temps qui pourrait être utilisé de manière plus pertinente dans l’acquisition du langage. Mais au-delà du participe passé, on ne peut que s’étonner qu’un homme politique européen comme vous, cher Monsieur, ne parle pas un mot de français.

          Membre du Parlement européen depuis 2004, vous y présidez votre parti depuis 2014. Si vous avez votre résidence principale à Wildenberg dans la commune de Kelheim, vous avez sans doute aussi un logement à Bruxelles et rencontrez vraisemblablement des journalistes et des hommes politiques hors de bureau. Les semaines de travail à Bruxelles et à Strasbourg durent généralement du lundi au jeudi. Les langues de travail de l’Union européenne sont l’anglais, l’allemand et le français. Mais c’est le français qui est parlé à Bruxelles. Bien entendu, aucun politicien ne peut être contraint d’apprendre une langue. L’UE elle-même privilégie la confusion babylonienne des langues dans les vingt-quatre langues officielles, que d’infatigables traducteurs s’évertuent à rendre transparentes. Mais votre CSU n’attache-t-elle pas une importance toute particulière à l’intégration? N’a-t-elle pas de cesse de prêcher à quel point il est important que les étrangers en Allemagne apprennent l’allemand le plus rapidement possible – pour de bonnes raisons?

          Vous briguiez la plus haute fonction de l’UE. Vous saviez très bien qu’il devait forger des alliances, que ce soit en plénière ou autour d’une bière le soir. Vous n’avez pas saisi l’occasion. Qui sait ce qu’une offensive de charme dans la langue maternelle de Macron aurait permis avec ce dernier? Comment il aurait réagi, si une plaisanterie ou une allusion lui avait été renvoyée en français ou si une salutation sans interprète avait été possible? Le fait qu’Ursula von der Leyen se soit présentée immédiatement en trois langues devant les micros bruxellois était un symbole politique des plus habiles: Elle ne sera pas élue à la fonction, parce qu’elle parle également le français. Mais qu’elle le parle ne sera pas un inconvénient dans les prochaines semaines.

          Lieber Manfred,

          die wallonische Regionalregierung in Belgien will es Leuten wie Ihnen, lieber Manfred Weber, leichter machen, Französisch zu lernen. So wurde unlängst kolportiert, dass in Belgien ernsthaft – und sehr zum Missfallen der Pariser Académie – diskutiert wird, ob sich die kompliziertesten Fälle der französischen Grammatik nicht vereinfachen lassen. Zwei ehemalige belgische Lehrer hatten sich mit einem Gastbeitrag in „Libération“ aus der Deckung gewagt: Geben wir es doch zu. Die Regeln über die Anpassung des Partizips Perfekt sind obsolet und bis zur Absurdität kompliziert, schrieben sie und rechneten vor, dass das Erlernen mindestens achtzig Stunden erfordere – Zeit, die man beim Spracherwerb sinnvoller nutzen könne. Jenseits des anspruchsvollen Particip passé aber bleibt es verwunderlich, dass ein Europa-Politiker wie Sie, lieber Manfred Weber, überhaupt kein Französisch spricht.

          Seit 2004 gehören Sie dem Europäischen Parlament an, seit 2014 sind Sie Fraktionsvorsitzender Ihrer Partei, neben Ihrem Hauptwohnsitz in Wildenberg im Landkreis Kelheim werden Sie vermutlich eine Bleibe in Brüssel haben und sich auch jenseits der EU-Flure mit Journalisten und Politikern in der Stadt treffen. Brüsseler und Straßburger Arbeitswochen dauern meist von Montag bis Donnerstag. Die Arbeitssprachen der Europäischen Union sind Englisch, Deutsch und Französisch, in Brüssel wird Französisch gesprochen. Freilich kann kein Politiker zum Spracherwerb gezwungen werden. In der EU wird gern auf das babylonische Sprachengewirr der 24 Amtssprachen verwiesen – die durch die unermüdlichen Übersetzer transparent gemacht werden. Aber legt nicht gerade Ihre CSU auf Integration besonders viel Wert? Wird sie nicht müde zu predigen, wie wichtig es sei, dass Ausländer in Deutschland die Landessprache möglichst rasch lernen – durchaus mit guten Gründen?

          Sie streben das höchste Amt an, dass die EU zu vergeben hat. Dass es dafür Allianzen zu schmieden gilt, sei es im Plenum oder abends beim Bier, muss Ihnen bekannt sein. Sie haben die Chance nicht genutzt. Wer weiß schon, was eine Charmeoffensive in seiner Muttersprache bei Macron bewirkt hätte? Wie er reagiert hätte, wäre ein Witz oder eine Anspielung auf Französisch repliziert worden oder auch nur eine Begrüßung ohne Dolmetscher möglich gewesen. Dass Ursula von der Leyen gleich in drei Sprachen vor die Brüsseler Mikrofone trat, war Symbolpolitik der geschickteren Art. Sie wird nicht in das Amt gewählt werden, weil sie auch Französisch spricht. Aber dass sie es spricht, wird in den kommenden Wochen nicht von Nachteil für sie sein.

          Sandra Kegel

          Redakteurin im Feuilleton.

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