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Zukunft der Innenstädte : Es gibt ein Leben nach Karstadt

Am Hermannplatz in Berlin-Neukölln soll das Karstadt-Gebäude von 1929 wiedererstehen, Einzelhandel wird aber nur eine untergeordnete Rolle spielen. Bild: Signa

Lernen von Recklinghausen: Der Umbau der Innenstädte hat längst begonnen. Es wird kleinteiliger, und die Rührigen unter den Einzelhändlern sind im Vorteil. Die Kommunalpolitik ist gefordert, den Wandel klug zu befördern.

          7 Min.

          Wer glaubt, dass die Innenstädte vor dem unaufhaltsamen Niedergang stehen, der sollte mit Patrick Musial sprechen. Der Neunundvierzigjährige führt in Recklinghausen eine kleine Buchhandlung, die seinen Nachnamen trägt. Sie residiert in der Altstadt in einem schmucken, weiß getünchten Haus aus dem achtzehnten Jahrhundert. Der Laden läuft, berichtet Musial. Er sagt, er fühle sich wohl in der Stadt im nördlichen Ruhrgebiet, er lobt den umtriebigen Bürgermeister, die engagierten Ladenbetreiber in seiner Nachbarschaft und die wache, neugierige Bürgerschaft. Er lässt keinen Zweifel daran, dass er der Zukunft optimistisch entgegenblickt, für sein Geschäft und für die 120 000-Einwohner-Stadt.

          Matthias Alexander

          Redakteur im Feuilleton.

          Leidet Musial unter übertriebenem Lokalpatriotismus? Verbreitet er Zweckoptimismus? Es gibt jedenfalls zwei Recklinghausen, die Stadt Musials und jene in tonangebenden Medien. Ein Reporter der „Ruhrbarone“, eines reichweitenstarken Blogs von Journalisten, fuhr im vergangenen Jahr an einem Montagvormittag nach Recklinghausen, zeigte ein paar triste Fotos von leerstehenden Geschäften und kündigte an, angesichts dieser Ödnis so bald nicht wiederzukommen. Nicht viel besser fiel das Bild von Recklinghausen aus, das ein Deutschlandfunk-Reporter nach seiner Tour durch Ruhrgebietsinnenstädte vor wenigen Wochen entwarf. Es gipfelte in der Feststellung „Die Geschäfte alle zu. Auch von Kultur keine Spur“.

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