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Wahlen in Bayern : Ein Prosit der Wurstigkeit

Noch sind die Prognosen der CSUler im Wiesnzelt tapfer, tiefer als 35 Prozent mag keiner wetten. Bild: dpa

Hat der Souverän die Orientierung verloren oder die CSU die Bodenhaftung? Bei der Landtagswahl steht für den Freistaat mehr auf dem Spiel als der Bedeutungsverlust einer Staatspartei. Denn Bayern ist längst nicht mehr das, was es nie war.

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          Schau nach Berlin, sagt der Volksmund, wie viele Parteien reden denn da mit? Und – bringt das irgendwas? Eben. Eine genügt doch, hat es seit 61 Jahren getan, was soll denn besser werden, wenn immer mehr Köche den Obatzdn verderben? Freilich, mit 61 könnte man schon mal etwas kürzertreten, über eine Vorruhestandsregelung nachdenken, über die Nachfolge beraten. Bleibt der Laden in der Familie? Hat der Nachwuchs überhaupt Interesse, die Firma zu übernehmen? Muss er vielleicht erst bei einem Leadership-Seminar der Jesuiten herausfinden, ob er als kommende Führungskraft die Staatspartei übernehmen will? Dabei ist es in diesen Tagen vor der Landtagswahl gar nicht leicht auszumachen, ob der Nachwuchs überhaupt noch Lust verspürt, zur Wahl zu gehen.

          Hannes Hintermeier

          Verantwortlicher Redakteur für das Feuilleton.

          Wer meint, das Oktoberfest sei ein ungewöhnlicher Ort, um sich ein nüchternes Bild der politischen Lage zu machen, erinnere sich an den texanischen Anthropologen R.W.B. McCormack – hinter diesem Pseudonym verbarg sich der Münchner Amerikanist Gert Raeithel –, der in seiner satirischen Studie „Tief in Bayern“ (1991) über den vermeintlich gemütlich im Bierzelt sitzenden Bayern schrieb: „In Wirklichkeit beobachtet er aus den Augenwinkeln heraus sehr scharf, ob nicht irgendwo eine Schlägerei entsteht.“

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