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Kunstmesse : Kunstwerke erzählen Geschichten - Orientalisches auf der Tefaf in Maastricht

  • -Aktualisiert am

Wirkt fast modern: ein über 4.000 Jahre alter, 26 cm langer Fisch aus Sandstein Bild: Galerie Blondeel-Deroyan

Um auf der Kunst- und Antiquitätenmesse die Übersicht nicht zu verlieren, empfiehlt sich eine thematische Reise durch die Länder und Zeiten der Kunst.

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          Schon im Vorfeld der Mastrichter Kunst- und Antiquitätenmesse reservierte ein ungenannt bleibendes Museum bei der Galerie Blondeel-Deroyan eine römische Bronze aus dem ersten Jahrhundert vor Christus. Ein nackter Athleten-Torso aus dem Umkreis des Bildhauers Polyklet ist als römische Bronzekopie zu sehen.

          Diese sind äußerst rar, nicht nur auf dem Kunstmarkt. Meist wurden Bronzen eingeschmolzen, so dass uns griechische Plastik der klassischen Zeit, wie sie zur Zeit in einer beeindruckenden Ausstellung in Berlin vorgeführt wird, zum größten Teil über römische Marmorkopien bekannt sind. Um so spannender nun dieses Stück, dessen Preis wegen der laufenden Verhandlungen verständlicher Weise von dem Pariser Händler verschwiegen wird.

          Thematische Reise durch Länder und Zeiten

          Derselbe Kunsthändler, Blondeel, bietet unter seinen kleineren Objekten aus antiker Zeit abstrakte Idole aus Mesopotamien aus der Zeit um 3.500 vor Christus an, die die Idee der Gottheit wiedergeben ohne sie abzubilden. Auffallend schlicht, fast modern und völlig ungewöhnlich ist daneben ein über 4.000 Jahre alter, 26 cm langer Fisch aus Sandstein, der, auf einer Seite ausgehöhlt, zu kultischen Zwecken verwendet wurde. Sogar die Art des dargestellten Fisches konnte von Zoologen genau identifiziert werden. Es handelt sich um einen Tilapia. Er brütet seine Eier im Maul aus und wurde daher im alten Mesopotanien als Symbol für Fruchtbarkeit verehrt. Für etwa 57.000 Euro kann man das heilige Stück zum eigenen Genuss erwerben.

          Wer die Tefaf mit ihrem verwirrend überwältigenden Angebot aus allen Regionen und Zeiten besucht, sollte sich ein Thema vornehmen, wie es richtige Sammler und alte Hasen tun. In sechs Segmente aufgeteilt, kann man auch noch vor Ort entscheiden, ob man Zeit und Geld lieber in die klassische Moderne oder ins klassische Altertum, eher in orientalische Kunst oder ins europäische Mittelalter investieren möchte. FAZ.NET hat sich im Orient umgesehen und bei den alten Bilder-Handschriften, die im weitesten Sinne als Urväter moderner Comics verstanden werden können.

          Bemalte Tongefäße mit 7.000-jähriger Geschichte

          Aus New York ist Jerome M. Eisenberg nach Maastricht gekommen. Seine Galerie Royal-Athena bietet griechische Vasen und Becher in größeren Mengen an. Die bis zu 7.000 Jahre alten Gefäße kann man teilweise schon für 3.000 Euro kaufen. Von etwa 50 Amphoren, die es im Handel heute noch gibt, sind die meisten Stücke in Eisenbergs Besitz, und fast alle werden auf der Messe gezeigt. Die prächtigen künstlerisch bemalten Tongefäße, die als Vorratsbehälter für Öle, Wein etc. herhielten, wurden um 500 vor Christus zum Beispiel mit Trainern und Athleten bemalt, mit schlanken schönen Frauen, die anmutig ihre Last auf dem Kopf balancieren, oder mit hocherotischen Szenen, wie sie sich am Rande der Sportstätten auch schon im Altertum abgespielt haben. Vasen wie diese sind reine Museumsstücke und kosten um die 280.000 Euro. Kaufen kann sie nun jeder, der bereit ist, hier zu investieren.

          Unterschriften-Siegel aus der Frühzeit der Schrift

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