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Eberhard Kornfeld zum 95. : Der Doyen

Eberhard Kornfeld hat sein Haus zu einer der berühmtesten Adressen im globalen Auktionsgeschäft gemacht. Heute feiert der Galerist seinen 95. Geburtstag.

          Eberhard Kornfeld ist 1923 in Basel geboren, als Sohn eines Innenarchitekten. Das mag Interessen in ihm geweckt haben. Doch aus ihm wurde ein Doyen der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, der selbst an ihrer Geschichte mitgeschrieben hat. Alles begann, als er in den vierziger Jahren seine Ausbildung in der Berner Kunsthandlung Gutekunst und Klipstein machte. Nach dem Tod Klipsteins 1951 hat er die Leitung der Firma übernommen, von nun an Galerie Kornfeld. Bis heute führt er sein Haus, längst ist es eine der berühmtesten Adressen im europäischen, im globalen Auktionsgeschäft, für kenntnisreiche Sammler aus aller Welt. Dazu kommen wichtige Publikationen zu vielen Ausstellungen, die sich nicht zuletzt Kornfelds Freundschaften zu Jahrhundertkünstlern verdanken – Chagall, Sam Francis, Alberto Giacometti, Picasso. Große Namen, deren Werke sich auch in seiner eigenen bedeutenden Sammlung finden.

          Rose-Maria Gropp

          Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

          Kornfeld ist ein profunder Kunstwissenschaftlicher, er hat Verzeichnisse der graphischen Œuvres von Klee oder Chagall veröffentlicht, und aus seiner intensiven Auseinandersetzung mit Kirchner entstand 1979 das Standardwerk „Ernst Ludwig Kirchner. Nachzeichnung seines Lebens“. Maßgeblich war er 1982 an der Gründung des Kirchner Museums in Davos beteiligt. Schon 1962 hatte er Kirchners zweites Wohnhaus und Atelier auf dem „Wildboden“ erworben. Das „Haus in den Lärchen“, in dem Kirchner von 1918 bis 1923 lebte, konnte er 1981 kaufen; ihm ist es zu danken, dass es ganz nah dem Originalzustand bewahrt wurde. Wer einmal das Vergnügen hatte, mit Eberhard Kornfeld selbst dort gewesen zu sein, vergisst diese Begehung nicht. Jede Ecke kennt er, jedes kleinste Detail weiß er mit Geschichte zu füllen.

          Jüngst hat sich Kornfeld auch zum „Schwabinger Kunstfund“ in der Wohnung von Cornelius Gurlitt geäußert. Gurlitt hat bei ihm vor Jahren immer einmal wieder Werke verkauft, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Kornfeld war empört über den Umgang deutscher Behörden mit ihm. Dass Gurlitt das Kunstmuseum Bern als Erben einsetzte, mag auch in dem Vertrauen zu Kornfeld mitbegründet sein. Am morgigen Sonntag feiert Eberhard Kornfeld seinen 95.Geburtstag. Die Glückwünsche gelten einer großen Persönlichkeit, einem Kenner von Gnaden und einem Kunsthändler von Graden – der obendrein einen Rekord hält: Über 67 Jahre hin steht er nun selbst am Pult.

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