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Zeitgenossen und Moderne : Ernüchternd, aber nicht deprimierend

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Im Überblick: Die Ergebnisse der New Yorker Auktionswoche mit den Veranstaltungen zu Zeitgenossen und Moderne bei Christie’s, Sotheby’s, Phillips und Bonhams

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          In dieser Maiwoche war in New York besonders viel los. Nicht nur die Auktionen mit Impressionisten und Moderne fanden statt, sondern auch die Zeitgenossen kamen unter den Hammer. Vom 8. Mai an veranstalteten Christie’s, Sotheby’s, Bonhams und Phillips ihren Versteigerungsmarathon. Doch vergleichbare Rekordpreise zu den Jahren davor waren weder zu erwarten – kein Los war auf mehr als vierzig Millionen Dollar taxiert – noch fielen sie.

          Christie’s machte am 8. Mai mit seiner kuratierten Veranstaltung „Bound to Fail“, darin überwiegend Gegenwartskunst, den Auftakt. Von den 39 angebotenen Losen wurden alle verkauft, bis auf ein einziges, das unbetitelte Kartoffel-Raster von Sigmar Polke (Taxe 1,2/1,8 Millionen Dollar). Mit dem Gesamtumsatz von 78,1 Millionen Dollar, gegenüber einer Gesamtschätzung von 59,4bis 81 Millionen, kann das Haus zufrieden sein. Natürlich nimmt sich dieses Ergebnis eher gering aus, im Vergleich zu den 705,8 Millionen Dollar, die Christie’s im Mai 2015 bei der ebenfalls kuratierten Versteigerung „Looking Forward to the Past“ einspielte. Jetzt wurde das teuerste Los bei „Zum Scheitern verurteilt“ nicht Jeff Koons’ schwebender Basketball in seinem Bassin, mit einem Zuschlag von immerhin 13,5 Millionen Dollar (Taxe mehr als 12 Millionen), sondern die Plastik „Him“ vom italienischen Künstler Maurizio Cattelan: Die kindgroße Figur zeigt einen Hitler, seine Hände zum Gebet verschränkt und auf Knien; sie überstieg ihre Schätzung deutlich beim Zuschlag 15,2 Millionen Dollar (6/8 Millionen), was natürlich einen Rekordpreis für Cattelan bedeutet. Der Zuschlag für die Eisen-Skulptur von Bruce Nauman aus dem Jahr 1970, die mit ihrem Titel „Henry Moore Bound to Fail“ das Motto für diese Veranstaltung abgab, erging bei 6,1 Million Dollar (6/8 Millionen).

          Toplos blieb unverkauft

          Wenige Stunden später, ebenfalls am 8. Mai, startete Phillips seine Abendauktion mit zeitgenössischer Kunst. Auch dort war Jeff Koons gefragt. Seine 115 Zentimeter große Porzellanfigur zweier nackter Kinder (Auflage 3+1 AP) kam für fünf Millionen Dollar (5/7 Millionen) unter den Hammer und wurde so das zweitteuerste Los des Abends. Allerdings war „Naked“ von 1988 – wie insgesamt zwanzig der 38 angebotenen Lose – mit einer Garantie versehen. Zum Toplos der Auktion wurde, wie zu erwarten war, Brice Mardens minimalistisches Porträt der Godmother of Punk, „Star (for Patti Smith)“ von 1972/74. Es war niemals zuvor in einer Auktion. Jetzt erzielte das schwarz-graue Streifenbild 5,2 Millionen Dollar (5/7 Millionen). Insgesamt brachte dieser Abend der russischen Firma 46,6 Millionen Dollar ein, die Erwartungen lagen bei 40,8 Millionen. Drei Werke blieben unverkauft, darunter eine unbetitelte Arbeit Jean-Michel Basquiats von 1981, die auf zwei bis drei Millionen Dollar geschätzt war.

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