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Wolfgang Wittrock : Vom Feinsten

Für die Kunst kämpft er mit glühender Kraft: Der Kunsthändler Wolfgang Wittrock, einer der Erfolgreichsten seiner Zunft im Feld der klassischen Moderne, wird sechzig Jahre alt.

          Die Verbindung von Liebe zur Sache mit Kenntnisreichtum und Esprit, von Intelligenz und Arbeitseinsatz mit jener Art geschäftlichem Geschick, das auf der Begabung beruht, das Gegenüber mit sehr guten Gründen von hochrangigen Kunstwerken zu überzeugen: Welcher Kunsthändler würde nicht gern all diese Eigenschaften auf sich vereinen? Wolfgang Wittrock kommt solch hochgesteckten Ansprüchen sehr nahe.

          Rose-Maria Gropp

          Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

          Wittrocks Domäne ist nun schon seit Jahren die Vermittlung von exzeptionellen Werken der Klassischen Moderne. In der Öffentlichkeit prominent geworden sind darunter Max Beckmanns im Jahr 1934 noch in Berlin gemalte „Reise auf dem Fisch“, die er Anfang der neunziger Jahre, mitten in der Krise des Kunstmarktes, übernahm und schließlich an die Stuttgarter Nationalgalerie vermittelte, oder Ernst Ludwig Kirchners „Frauen am Potsdamer Platz“, bei denen er im Namen der Nationalgalerie in Berlin agierte.

          Düsseldorfer Lehrjahre

          Im Jahr 1968 war Wittrock, 1947 in Cuxhaven geboren, zunächst nach Düsseldorf gegangen. Seine erste Galerie eröffnete er 1974; mit Fotografie und Druckgraphik begann er, und bis heute sind ihm beide künstlerischen Medien lieb und wert. Die Graphik vor allem wird ihn begleiten. Er erstellt - neben dem Werkverzeichnis zu Yves Tanguy - das OEuvreverzeichnis der Druckgraphik von Toulouse-Lautrec.

          Wolfgang Wittrock ist seit langem ein klarsichtiger Skeptiker, was den Galerie- und Messebetrieb angeht. Im Jahr 2001 zieht er für sich die Konsequenz, stellt seine Ausstellungstätigkeit ganz ein und übersiedelt nach Berlin. Dort ist er natürlich bei seinem Metier der Kunstvermittlung geblieben, mit der ihm eigenen Diskretion. Gleichzeitig widmet er seine Energie der Ferdinand-Möller-Stiftung, die er 1995 gegründet hat in Erinnerung an den 1956 gestorbenen Händlerkollegen, der sich in düsterer Zeit für den Expressionismus einsetzte.

          Charmant und unerbittlich

          Wer Wolfgang Wittrock kennt, schätzt ihn als großartigen Gesprächspartner, dessen Begeisterung so ansteckend ist, wie seine Argumente deutlich formuliert sind: so, wenn er zum Beispiel klare Worte über die Kunstmessen als Umschlagplätze recht eitler aktueller Produktionen findet oder über die gängige Gegenwartsproduktion im Ganzen. Da kennt er kein Pardon und selten Gnade. Aber für seine Sache - für die schwierige, die sperrige Kunst - kämpft er mit glühender Kraft. Am 1. Mai feiert Wolfgang Wittrock seinen sechzigsten Geburtstag.

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