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Privater Kunstbesitz in Museen : Schluss mit dem Schweigen!

  • -Aktualisiert am

Das Museum Hamburger Bahnhof in Berlin: Ein Geisterbahnhof für private Kunstwerke? Bild: dpa

Berlin hat seinen Kunstsammlern nichts zu bieten, heißt es derzeit. Warum spricht niemand über die enormen Steuervorteile, die Sammler in Deutschland genießen? Einblicke in ein lukratives und unübersichtliches Geschäftsfeld.

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          Als die Nachricht die Runde machte, dass Leihgaben im Museum Hamburger Bahnhof demnächst Berlin verlassen werden, hieß es häufig, Friedrich Christian Flick würde seine Sammlung abziehen. Friedrich Christian Flick? Im Vertrag steht etwas anderes. Bei dem Leihgeber der Werke, die in den vergangenen Jahren in wechselnden Ausstellungen präsentiert wurden, handelt es sich um keine Privatperson, sondern um ein Unternehmen, die Contemporary Art Ltd. Die Firma hat ihren Sitz auf Guernsey, einer der Kanalinseln, die zu den sogenannten „Paradise Islands“ zählen.

          Während man zuletzt von der Lufthansa verlangte, Staatshilfen nicht in Steueroasen abfließen zu lassen, wurden im Fall der Kunstsammlung nie Auflagen gefordert. Bundeskanzler Gerhard Schröder hielt 2004 feierlich die Rede zur Eröffnungsschau. Der Vertrag verpflichtet die öffentliche Hand seitdem zu umfassenden Leistungen: Für den Unterhalt der Ausstellungs- und Depotflächen, die konservatorische Betreuung und Pflege der etwa 1500 Werke sowie die kuratorische Arbeit kommt seit fast sechzehn Jahren die Stiftung Preußischer Kulturbesitz auf, unter deren Dach sich die Staatlichen Museen zu Berlin befinden. Neun thematische Kataloge wurden außerdem aus deren Kasse bezahlt. Die Kosten für den Umbau der Rieck-Hallen übernahm dagegen Flick. 268 Arbeiten wurden der Nationalgalerie und der Preußenstiftung durch zwei Schenkungen vermacht.

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