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Vorschau Van Ham : Scipio ist großmütig, Seneca bleibt stoisch

  • -Aktualisiert am

Vorschau auf die Frühjarsauktion mit Werken alter Kunst und des 19. Jahrhunderts bei Van Ham in Köln.

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          Am 16. Mai werden bei der Frühjahrsauktion im Kölner Auktionshaus Van Ham, das in diesem Jahr sein sechzigjähriges Bestehen feiert, 305 Lose der Alten Kunst aufgerufen. An der Spitze befinden sich diesmal vor allem Werke des 19.Jahrhunderts. Zu ihnen gehören „Die vier Badenden“ von Émile Bernard, der gemeinsam mit Paul Gauguin die Schule von Pont-Aven begründete. Das 178 mal 122,5 Zentimeter große Gemälde zeigt schon den neuen Stil, den Bernard stetig weiterentwickelte und der, wegen der Abgrenzung der Bildelemente durch kräftige Konturen, bald als „Cloisonnismus“ bezeichnet wurde. Geschätzt ist das Bild auf 40.000 bis 60.000 Euro. Auch Henry Moret schloss sich 1888 der Kolonie in Pont-Aven an. Im Jahr 1896 entstand seine farbenkräftige bretonische Landschaft „Un village à Ploemeur, Morbihan“, in der die roten Dächer der Fischerkaten aus den Blau- und Grüntönen der sie umgebenden Natur herausstechen. Mit der Taxe von 60.000 bis 80.000 Euro ist Morets Bild das teuerste Los im gesamten Angebot.

          Den jungen Thronfolger fügte er später ein

          Auf einer Russland-Reise 1943 malt Otto Grashof die „Winterliche Bärenjagd des Zarewitsch Alexander Nikolajewitsch“, für die er auf seinen Fundus eigener Naturstudien zurückgreifen kann; den jungen Thronfolger fügte er aber wohl später in die Komposition ein (Taxe 40.000/60.000 Euro). In seinem Gemälde „Die Rast in der Steppe“ zeigt Franz Roubaud, eine Gruppe von Menschen beim Zubereiten von Essen am offenen Feuer (40.000/60.000). Roubaud, 1856 in Odessa geboren, lernte an der Münchner Akademie der Künste und wurde bekannt für seine Panoramabilder. Von Renoir kommt die kleine, monogrammierte Ölstudie der „Büste einer jungen Frau“ (30.000/40.000). Oswald Achenbach zeigt einen „Geistlichen und Gärtner auf der Terrasse von Castel Gandolfo bei Rom“ (30.000/40.000).

          Die Alten Meister werden von der Tafel der „Madonna mit den Trauben“ aus dem frühen 16.Jahrhundert angeführt (40.000/ 60.000). Zugeschrieben ist das Werk dem Antwerpener „Meister mit dem Papagei“, hinter dem wahrscheinlich eine größere Werkstatt für Andachtsbilder stand. Eine 82 Zentimeter hohe Muttergottes-Skulptur aus Lindenholz schuf Martin Zürn um 1630 (32.000/35.000); außerordentlich fein ist ihr Gesicht mit dem runden Kinn und den Wangengrübchen gearbeitet. Im Großformat bedient Simon de Vos das Genre des Historienbilds. Sein fast zwei Meter hohes Bild „Die Großmut des Scipio“ hält eine von Livius beschriebene Szene fest, wenn der römische Feldherr nach dem Sieg über Karthago einigen Geiseln die Freiheit schenkt (35.000/50.000). Im Gemälde „Der Tod des Seneca“ zeigt Gerard van Honthorst den Philosophen und Staatsmann, wie er sich mit stoischer Gelassenheit die Adern öffnen lässt. Ganz im Stil von Caravaggio unterstützt Honthorst die Dramatik der Szene durch ein kraftvolles Chiaroscuro (25.000). Einer „Weitläufigen Hafenszene“ mit ankernden englischen Kriegsschiffen aus dem späten 17. Jahrhundert, die Johann Anton Eisman zugeschrieben wird, gilt die Erwartung von 35.000 bis 50.000 Euro.

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