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Auktion in Köln : Fortschritt mit Giacometti

  • -Aktualisiert am

Überragen preislich mit einer Schätzung von 1,8 bis 2,2 Millionen Euro: Alberto Giacomettis „Projet pour un monument pour Gabriel Péri“, 1946, zwei Bronzeplastiken, knapp 40 und 20 Zentimeter hoch Bild: Lempertz

Das Auktionshaus Lempertz lässt in diesem Herbst sein Angebot moderner und zeitgenössischer Kunst von Alberto Giacometti und Jean-Paul Riopelle anführen.

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          Die beiden Bronzeplastiken sind nur knapp 40 und 20 Zentimeter groß – und überragen preislich mit einer Schätzung von 1,8 bis 2,2 Millionen Euro doch das weitere Angebot moderner und zeitgenössischer Kunst im Evening Sale bei Lempertz am 2. Dezember: Es handelt sich bei einem um den Denkmalsentwurf „Projet pour un monument pour Gabriel Péri“, in dem Alberto Giacometti 1946 erstmals sein berühmtes Motiv des schreitenden Mannes ausführt. Gedacht waren die Figuren – im monumentalen Format – für den Pariser Bahnhofsvorplatz von Saint-Lazare. Wettbewerbsentscheid und Umsetzung blieben jedoch aus.

          Zehn Jahre später fertigte Marino Marini die 22 Zentimeter hohe Bronze eines gestürzten Pferdes mit Reiter. Das Spätwerk ist auf 120.000 bis 150.000 Euro taxiert. Alexej von Jawlensky ist mit sechs Werken im Feld von 98 Losen vertreten. Gegenüber seinem „Kopf“ von 1913 aus der Serie der Mädchenköpfe zeichnet sich der „Mystische Kopf“ von 1917 durch weitere Abstraktion aus (Taxe je 300.000 bis 400.000 Euro). Die Befreiung der Farbe vom Gegenstand lässt sich auch in Gabriele Münters 1911 gemalter Landschaft „Häuser am Wald“ beobachten (300.000/350.000). Lovis Corinths üppig gefüllte „Meißener Schale mit Teerosen“ von 1911 ist auf 250.000 bis 350.000 Euro geschätzt, während Pablo Picassos Kreidezeichnung „Bouquet de fleurs“ von 1946 nur einzelne Blumen vereint (150.000/160.000).

          Die Offerte zeitgenössischer Kunst führt Jean-Paul Riopelle an. Seine 60 mal 73 Zentimeter große Leinwand „Automne II-Symphonie“ entstand 1954 und kommt aus derselben rheinischen Privatsammlung, die Münters Waldlandschaft und Jawlenskys mystischen Kopf einlieferte. Riopelles strahlendes Farbrelief soll 600.000 bis 700.000 Euro erlösen. Ähnlich farbintensiv wirkt Josef Albers’ „Becher“ aus einer Reihe von Glasarbeiten, die der Künstler von 1925 an am Dessauer Bauhaus schuf. Das Werk ist das einzig erhaltene mit farbigem Überfangglas in der vom Künstler entwickelten Sandstrahltechnik; er ließ es bei seiner Emigration nach Amerika 1933 zurück. Jetzt ist es auf 300.000 bis 400.000 Euro geschätzt. Zusammen sollen die Auktionen mit Moderne und Zeitgenossen elf Millionen Euro einbringen.

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