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Moderne und Gegenwartskunst : Geflügelte Sirenen

  • -Aktualisiert am

Moderne und zeitgenössische Kunst begegnen sich auf Augenhöhe bei der Auktion von Van Ham in Köln. Auch Werke des jüngst verstorbenen Jörg Immendorff zählen am 6. Juni zu den Losen.

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          Die Gegenwartskunst darf das Titelmotiv der Auktion mit moderner und zeitgenössischer Kunst bei Van Ham in Köln am 6. Juni stellen: Für „Ähre dithyrambisch“ staffelte Markus Lüpertz sanftes Goldgelb vor fast lichtschluckendem Grau; das 160 mal 130 Zentimeter große Gemälde mit einem Halm Riesengetreide ist auf 55.000 Euro geschätzt. Von hoher Qualität sind auch zwei Werke von Gerhard Richter: „Ohne Titel“ aus dem Jahr 1970 konterkariert auf 60 mal 80 Zentimetern einen pastos gesetzten Balken Ölfarbe mit einem zart verschwimmenden Hintergrund (Taxe 120.000 Euro), während eine gleichfalls unbetitelte Acrylmalerei von 1994 als leuchtendblaue Farb-Bewegung auf Papier strahlt (50.000/60.000).

          Doch auch die Moderne ist in der Auktion nicht schlecht bestückt: Eine nur etwas mehr als postkartengroße „Baigneuse nue de dos“ von Renoir ist hier mit 90.000 Euro beziffert. Otto Dix' Landschaft „Der Panoramaweg durch die Weinberge bei Türckheim“ von 1945 soll 120.000 Euro einspielen, der „Erlinger See“ von 1911, eine fast abstrakte Ölmalerei von Christian Rohlfs, 75.000 Euro. In kreidigen Farben erscheint eine mit Wanderern belebte Landschaft bei Henri Rousseau: „Paysage avec des promeneurs“, um 1886, ist mit 50.000 Euro bewertet.

          Nolde, Grosz und Klee

          Eine „Figur neben Blumen“ setzte Nolde Anfang der fünfziger Jahre in leuchtenden Aquarelltönen aufs Papier (60.000) und seine „Fische im Aquarium“ um 1923/24 (40.000). Vier Aquarelle von George Grosz sind im Angebot: „Brooklyn“, etwa 1934 entstanden, ist auf 30.000 Euro taxiert, eine unbetitelte Bordellszene auf 22.000 und die kleinen Blätter „Nachmittag“ und „Federchen“ von 1925 auf je 15.000 Euro. Die „Pariser Scizze“, eine lavierte Tuschezeichnung von Paul Klee aus dem Jahr 1912, firmiert mit 20.000 Euro und „Drei Frauen“, ein mit 55 mal 69,5 Zentimetern recht großes Aquarell von Erich Heckel, mit 25.000 Euro.

          Mit Wucht hat Picasso den Schafschädel auf das Papier gesetzt: Die Farbaquatinta „La crane du chèvre“ wurde 1960 in einer Auflage von 150 gedruckt (7000); daneben gibt es die hübsche Radierung „Le Saltimbanque au repos“ von 1905 (3500) und die Zeichnung „Deux nus“ von 1943 (12.000). Die „Sirène Ailée“, eine Nixe aus Beton, räkelt sich seit den dreißiger Jahren auf dem Treppengeländer der Terrasse von Max Ernst: Der mehr als neunzig Zentimeter hohe Bronzeguss von 1990 (Auflage 4/8) ist mit 24.000 Euro bewertet. Das „Stilleben mit Flieder“ von 1938 zeigt den jungen Maler Emil Schumacher (25.000), und auch Kurt Schwitters ist mit einem Frühwerk vertreten, der „Strickenden Alten“ von 1915 (10.000). Skizzenblätter aus den Jahren 1930 und 1940 zeugen von der Zeichenlust Magrittes (je 75.000).

          Mit Immendorff im Café

          Zwei Bilder von Horst Antes eröffnen die Auswahl der Zeitgenossen: Das „Paar (Spieler)“ von 1963 (70.000/80.000) und die „Knieende Figur und Haus (weiß, blau, rot)“ von 1987 (45.000). „rote basis“ und „weiss in grün“ sind zwei perfekte Quadrate von Max Bill (je 16.000). „Gentiana Lutea“ ist eine Suite mit drei Farbholzschnitten von Franz Gertsch betitelt; die Handabzüge von 2005 (Auflage 5) sollen zusammen 14.500 Euro einspielen. Überarbeitete Farblinolschnitte von „Café Deutschland Gut“ von 1991 und „Café de Flore“ von 2003 des gerade verstorbenen Jörg Immendorffs sollen je 18.000 Euro bringen. Dass neben den Farbserigraphien „grosse kümmeling“ (2500) und „Au Scheiss, der Loewe hat die Tatu im Eis!“ (1800) auch Objekte von Dieter Roth im Angebot sind, könnte die Aufbewahrung im Sammler-Haushalt vor Probleme stellen: Allerdings sitzt das „Schokolade-Objekt“, aus dem die Beine eines Püppchens ragen, derzeit noch genauso fest in seinem gläsernen Zylinder (8000) wie der „Originalhammel“ in seiner verschweißten Folienhaut für 3000 Euro.

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