https://www.faz.net/-gqz-vzl1

Vorschau : Kunst bei Ketterer in Hamburg

  • -Aktualisiert am

Bei Ketterer in Hamburg gibt es im Herbst Kunst für Entdecker. Den Höhepunkt liefert Adrian van Utrechts Stillleben für den Gaumen. Lebendige Katzenfreuden auf dichtem Teppich bringt Julius II. Adam.

          2 Min.

          Es sind wohl unter anderem die explodierten Preise für Russisches, die auch hierzulande für großes Interesse an der Klassischen Moderne aus Russland sorgen. So hebt Ketterer in seiner Hamburger Herbstauktion besonders ein reizvolles „Stillleben mit Krug und Pferden“ des heute hundertdreijährigen Moses Fejgin hervor. Gemalt in den achtziger Jahren, offenbart es die ganze Könnerschaft des in seinem Heimatland hochgeschätzten Vertreters der klassischen Avantgarde (Taxe 35.000/40.000 Euro).

          Im Gegensatz zur Farbenfreude in Fejgins Stillleben steht Pablo Picassos schwarzweißer Linolschnitt eines Paares in inniger Umarmung, „L'Entreinte II“ aus dem Jahr 1963. Das signierte und numerierte Blatt ist auf 18.000 bis 20.000 Euro geschätzt. Hermann Max Pechsteins 1912 entstandener kleiner Holzschnitt „Sommer II“ in kräftig satter Farbgebung soll 9000 bis 16.000 Euro einspielen. Die 1934 von Jacques Villon geschaffene Farbaquatintaarbeit „La Mariée“ lehnt sich an Marcel Duchamp und den Gelatinesilberabzug „Die Kultpume“ von Kurt Schwitters an (10.000/12.000).

          Karl Otto Götz bei den Zeitgenossen

          An der Spitze der zeitgenössischen Kunst, die in dem separaten Katalog von nun an „Post War“ genannt wird, steht ein Werk von Karl Otto Götz, einem der Hauptvertreter des deutschen Informel. Seine auf 25.000 bis 35.000 Euro geschätzte Mischtechnikarbeit „Telly“ aus dem Jahr 1971 zählt zu einer Serie von hochexpressiven Bildvariationen. Hans Hartungs Freude an freien Formen und dynamischen Strukturen spricht aus der Farbkreide- und Kohlearbeit „P 1958-65“ (25.000/30.000).

          „Ich schau dir in die Augen“ scheint der tote Hase in Adriaen van Utrechts Küchenstillleben mit erlegtem Wild und Gemüse, um 1640, zu sagen, der in seiner kompositorisch herausgehobenen Position und mit dem Schätzpreis von 40.000 bis 60.000 Euro der Höhepunkt der Alten Kunst bei Ketterer ist. Im Gegensatz dazu gänzlich lebendig und lieblich-verspielt ist die „Katzenfamilie“ des als „Katzenraffael“ bezeichneten Münchners Julius II Adam aus dem Jahr 1890. Detailverliebt werden die Kätzchen, Stubenfliege und Teppichfransen mit gleicher obsessiver Präzision und Hingabe porträtiert. Die Katzenfamilie hofft auf einen Zuschlag zwischen 18.000 und 24.000 Euro.

          Von Lenbach im Porträt

          Würdig blickt Franz von Lenbach, porträtiert von Franz von Defregger, von der Leinwand. Reizvoll ist das unmittelbar vor der Natur entstandene Aquarell „Ansicht von Wolfsegg“. Johann Georg von Dillis malte es im Jahr 1788. Beide Bilder sind auf je 20.000 bis 30.000 Euro geschätzt. Der präzise Beobachter Adolf von Menzel ist mit einer gewischten Bleistiftzeichnung „Dame mit Hut“ vertreten (18.000/ 24.000).

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Bevölkerungswachstum : „Ein politisch heikles Thema“

          Die Demographie-Forscherin Alisa Kaps über die Weltbevölkerungskonferenz, schwierige Gespräche mit afrikanischen Regierungschefs, Gegenwind von Abtreibungsgegnern und darüber, wie Rechtspopulisten das Thema Bevölkerungswachstum besetzen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.