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Vorschau Kornfeld : Esel, Katze, Akrobaten

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Kornfeld nutzt den Sammleransturm der zeitgleichen Art Basel und versteigert Neue und Alte Kunst in Bern.

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          Auch in diesem Jahr nutzt Kornfeld in Bern den Sammler- und Käuferansturm der zeitgleich stattfinden Art Basel und offeriert in seinen drei Sommerauktionen am 13. und 14.Juni mehr als tausend Kunstwerke. Das Angebot mit der Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts verteilt sich dabei auf zwei Kataloge: Der Großteil wird am 13. Juni versteigert, 180 ausgewählte Werke kommen am 14. Juni separat zum Aufruf; die Erwartung allein dafür liegt bei knapp 27 Millionen Franken. Preislich angeführt wird diese Offerte von Wassily Kandinskys fünfzig mal 37 Zentimeter messendem Ölgemälde „Spalte/Fissure“. Es entstand im Jahr 1926, in dem der Bauhauskünstler seine theoretische Schrift „Punkt und Linie zu Fläche“ publizierte, und kann als Umsetzung der dort genannten Forderungen gesehen werden. Kandinsky schenkte das Werk seinem Kunsthändler Ludwig Wilhelm Gutbier, dem Leiter der Galerie Arnold in Dresden. Von dort gelangte es zur Basler Galerie Beyeler, die es für eine Schweizer Privatsammlung ankaufte; nun soll es 1,5 Millionen Franken bringen.

          Ebenfalls mit 1,5 Millionen Franken bewertet ist Marc Chagalls 1980 entstandenes Gemälde „Le Rêve au cirque“; es wurde schon einmal 2006 von Kornfeld, zum selben Preis, in eine amerikanische Sammlung verkauft. Edvard Munchs seltener farbiger Holzschnitt „Zwei Menschen – Die Einsamen“ von 1899 (Taxe 1,25 Millionen Franken) führt eine Reihe schöner graphischer Arbeiten an: Franz Marcs farbige Papierarbeit „Zwei Knaben mit Eseln“ von 1911 (200.000) misst nur sechzehn mal 21 Zentimeter, aber besticht durch die liebreizende Komposition. Aus dem Bestand des Museum of Modern Art in New York stammt Picassos Bleistiftzeichnung „La Source/Femme au chien“ (200.000), die er 1921 in Fontainebleau als erste von drei Vorarbeiten für das Ölgemälde „La Source“ anfertigte, heute im Moderna Museet in Stockholm.

          Auch viel Schweizer Kunst kommt zum Aufruf, darunter zwei herausragende Ölgemälde von Albert Anker: eines seiner seltenen Stillleben von 1873 und das bezaubernde „Mädchen mit Katze spielend“ (Taxe je 1 Million Euro). Die 1925 entstandene „Berglandschaft bei Davos“ von Kirchners Schüler Albert Müller erinnert in Farbgebung und Motivwahl stark an seinen Lehrer (150.000). Die Brüder Giacometti liefern zwei seltene Bronzelampen: Alberto schuf seine 146 Zentimeter hohe Stehlampe „Lampadaire modèle Étoile“ um 1936 (Auflage unbekannt; 150.000); Diego entwarf 1962 einen zwei Meter breiten Leuchter, auf dessen gegossenem Hochseil in der Mitte ein bronzenes Akrobatenpaar steht (Auflage 2; 600.000).

          Auch am 14. Juni auktioniert Kornfeld Graphiken und Zeichnungen Alter Meister: Allein 51 Radierungen unter den 144 Losen sind von Rembrandt – einschließlich des Spitzenblatts der Offerte, „Landschaft mit den drei Bäumen“ von 1643 (Auflage 4, auf identischem Papier; 250.000). Dürers zwanzig Blatt starke und vollständige Holzschnittfolge „Das Marienleben“ von 1511 wird für 80.000 Franken angeboten. Zusammen sollen die drei Auktionen mehr als 34 Millionen Franken umsetzen.

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