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Vorschau: Londoner Auktionen : Frieze-Fieber

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Die kommende Woche steht in London im Zeichen der Kunst. Frieze und Frieze Masters schlagen ihre Messezelte auf - und in den Auktionshäusern Christie’s, Sotheby’s und Phillips kommen allerlei hochpreisige Lose unter den Hammer.

          In der kommenden Woche werden die Frieze und Frieze Masters ihre weißen Messezelte im Londoner Regent’s Park aufschlagen. Sie sind der Publikumsmagnet von dem auch die Auktionshäuser vor Ort profitieren. Traditionell kommen zu diesem Termin jüngere und weniger hochpreisige Zeitgenossen unter den Hammer, doch Christie’s verzichtet seit dem vergangenen Jahr auf einen großen Sommer-Termin, um die Herbst-Auktion größer aufzuziehen. Es stellt das teuerste Los der Woche: Eine marktfrische „Figure in Movement“ von Francis Bacon, die einen Einsatz von fünfzehn bis zwanzig Millionen Pfund erfordert und zuletzt 1977 den Besitzer wechselte. Neu in den Kalender eingeführt wurden Tagesauktionen mit zeitgenössischer Keramik – ein Sammlungsbereich der in den letzten Jahren stark angezogen hat. Afro-Amerikanische Kunst und Künstlerinnen holen weiter auf, beides Entwicklungen, die sowohl Trend wie Notwendigkeit sind.

          Christie’s macht auch am 4. Oktober den Auftakt. Für die Abendauktion mit 56 Losen zeitgenössischer Kunst erwartet man ambitionierte 98,7 bis 143,7 Millionen Pfund. Im vergangenen Herbst wurden mit 54 Losen 99,5 Millionen erzielt. Deutsche Künstler sind stark vertreten, besonders Georg Baselitz, dem die Galerie von Thaddaeus Ropac in Mayfair gleichzeitig eine große Solo-Ausstellung ausrichtet. Das elfteilige Gemälde „P.D. Fuß“, gemalt zwischen 1960 und 1963, kurz nach seiner Übersiedelung aus der DDR, fordert den Betrachter mit seiner Darstellung geschundener, menschlicher Füße heraus. Die Schätzung liegt – vage – bei sechs bis zehn Millionen Pfund. Teurer ist ein „Schädel“ von Gerhard Richter mit einem Preisschild von zwölf bis achtzehn Millionen Pfund – das erste Gemälde seiner wichtigen Serie zu diesem Motiv, gemalt 1983. Den Einsatz von wenigstens zehn Millionen erfordert ein blau-metallisch glänzendes „Cracked Egg (Blue)“ von Jeff Koons.

          Keith Harings Preise steigen: Seine gelbe Leinwand „Untitled“, auf der in einer apokalyptischen Szene Figuren um eine Computer-Gottheit herumtanzen, soll drei bis fünf Millionen kosten. Es wurde eingereicht aus der Sammlung des einflussreichen Kölner Galeristen und Sammlers Paul Maenz und war ehemals Leihgabe an das Neue Museum in Weimar. So auch das monumentale Gemälde „Stier mit Loch“ (Taxe 800.000/ 1,2 Millionen Pfund) von Albert Oehlen aus dem Jahr 1986.

          Wie üblich im Oktober, schließt sich an die Abendauktion eine Sektion mit italienischer Kunst an. Sie soll mit 36 Losen weitere 36,6 bis 50,3Millionen Pfund einspielen. In einer Tagesauktion wird unter dem Titel „Un/breakable“ Kunst aus Keramik im Wert von 2,2 bis 3,1 Millionen Pfund angeboten – darunter Arbeiten von Fontana, Rosemarie Trockel, Edmund de Waal und Lucie Rie. Der Gesamtumsatz den Christie’s, inklusive des üblichen Day Sales, für die Woche erwartet, liegt bei 154,5 bis 221,4 Millionen Pfund – dem Zweieinhalbfachen der Erwartung bei Erzrivale Sotheby’s.

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