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Vintage-Mode in Wien : Alte Pracht

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Der Reiz des Vergangen: Im Dorotheum wird am Mittwoch Vintage-Mode versteigert. Angeboten werden Capes aus dem 19. Jahrhundert, Bühnenoutfits aus den Dreißigern und Blümchenkleider der siebziger Jahre.

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          Glamouröse Vintage-Mode kommt am ersten April im Rahmen der Antiquitäten-Auktion im Wiener Dorotheum unter den Hammer. Ein Art-déco-Juwel aus der Zwischenkriegszeit stellt ein Oberteil mit roten Pailletten und echtem Pelzkragen dar, das aus dem Nachlass der Tänzerin Ella Vitkova stammt. Das um 1930/35 geschneiderte Kostüm (Taxe 400/500 Euro) trug die Pragerin ebenso auf der Bühne wie einen sexy-glitzernden Body, der den Nabel hinter grünen Taft- und Strasssteinen preisgibt (800/1000). Erlesenen Geschmack beweist ihr fließendes bodenlanges Kleid mit Cape aus rotem Seidenstoff mit changierenden Samtornamenten (280/400). Auch ein von der Mutter geerbtes Schultertuch mit Goldfadenmuster aus Paris fand sich in der Hinterlassenschaft Vitkovas (800/1000).

          Prachtstücke der Wiener Modegeschichte stellen zwei Nachmittagskleider aus der Ringstraßen-Epoche dar: Je nach Anlass konnte das vierteilige Schleppenkleid aus grün gestreifter Seide getragen werden, dessen feine Struktur überzeugt (800/1000). Aus dem 1877 gegründeten Kaufhaus „Ludwig Zwieback & Bruder“ stammt ein schwarzes Cape mit floralen Aufnähern und gerüschtem Stehkragen. „So ein Cape könnte Kaiserin Elisabeth auch getragen haben“, freut sich die Expertin Sonja Höpp über den schönen Umhang. Auf ein taillenloses Kleid aus schwarzer Seide verwandte sie viel Recherche, denn sie hält es für ein Modell aus dem Salon der Klimt-Freundin Emilie Flöge. Das sei zwar nicht eindeutig zu beweisen, aber Flöge sammelte Stoffmuster aus den östlichen Habsburgerländern, und die Ornamente mit Metallplättchen ähneln einer dieser Stickereien. Das im typischen Zwanziger-Jahre-Stil geschnittene Kleid zieren rosafarbene Blüten und hellblaue Muster (1000/1200).

          Echte Besonderheiten sind die aufwändig gestalteten Schals und Überwürfe, die in Auktionen mit VintageMode eher selten sind. Ende des 19. Jahrhundert trug die Wiener Dame ein Schultertuch in dreilagigem Tüll mit Seidenbändern (800/900) oder in schwarzem Filz mit durchbrochenem Blumenmuster (360/400). Ein kürzeres Schultertuch schmücken hübsche Glasperlen mit Blumen und eine Fransenborte (360/400). Ein Berühmter der Wiener Couture ist Fred Adlmüller, der ursprünglich aus der Hotellerie kam und im Modehaus Zwieback als Verkäufer anfing. Von ihm liegen drei Modelle vor, unter denen eine fünffarbig karierte Wollmohair-Jacke aus den Fünfziger Jahren besonders hervorsticht (1000/1200). Aus der französischen Couture lockt ein geblümtes knieumspielendes Sommerkleid von Yves Saint Laurent aus den Siebzigern (1000/1200).

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