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Zeitgenossen-Auktion : Beuys tut gut

  • -Aktualisiert am

Am 1. und 2. Juni versteigert Van Ham Moderne und zeitgenössische Kunst in Köln - mit Werken von Otto Piene, Sigmar Polke und Multiples von Joseph Beuys.

          Scheinbar zufällig angeordnet wirken die Gegenstände auf dem Tisch, der nahe Bildausschnitt zeigt eine gefüllte Obstschale, Kaffeegeschirr und einen Apfel. Alexej Jawlenskys mattblaue spätimpressionistische Bildkomposition „Früchteschale“, um 1901 entstanden, ist mit 200 000 bis 300 000 Euro das Spitzenlos bei Van Hams Moderne-Auktion am 2. Juni in Köln. Von Karl Hofer versteigert das Haus drei Gemälde, darunter die marktfrische „Tessinerin“ von 1940; das Bild wurde vom Einlieferer direkt beim Künstler erworben (Taxe 120 000/180 000 Euro). Für die 97 Lose der Moderne werden insgesamt mindestens 2,1 Millionen Euro erwartet.

          In der Zeitgenossen-Offerte am selben Tag sind auch bei Van Ham die Zero-Künstler stark vertreten. Unter den 265 Losen mit einer Mindesterwartung von 4,6 Millionen Euro stechen, neben etlichen Arbeiten von Heinz Mack, Günther Uecker und Adolf Luther, fünfzehn Werke von Otto Piene hervor. Eine Besonderheit findet sich in seiner titellosen, rot-schwarzen Feuergouache von 1964: Auf der 60 mal 69 Zentimeter großen Leinwand hat der Zero-Mitbegründer in der linken unteren Ecke eine kleine weiße Perle als Signatur verwendet (80 000/120 000).

          Auch außerhalb der Konkreten Kunst ist das Angebot gespickt mit deutschen Künstlern. Zwei der Toplose stammen von Gerhard Richter und Sigmar Polke, beide aus den späten achtziger Jahren, beide abstrakte Farbverläufe mit auffälliger Oberflächenstruktur: In Richters 30 mal 42 Zentimeter messendem Ölbild auf Karton „17.4.89“ dominiert die Farbe Gelb, durchzogen von einem feinen Netz aus schwarzen Linien und farbigen Flächen (150 000/200 000); Polkes unbetitelte, blau-schwarz-weiße Mischtechnik von 1986, 74 mal 100 Zentimeter groß, soll 170 000 bis 220 000 Euro einbringen. Polkes amüsante „Palmenserie“ aus dem Jahr 1968, eine Mappe mit acht Schwarzweiß-Offsetdrucken in DIN-A4-Größe (Auflage 37), zeigt den Künstler als Palme verkleidet (4000/6000).

          Im Rahmen der Auktion mit zeitgenössischer Kunst am 1. Juni präsentiert Van Ham in einem eigenen Katalog Multiples von Joseph Beuys. Ein Teil der 182 Positionen kommt aus der Sammlung von Gerd Krämer, die 2014 unter dem Titel „Beuys . . . und um Beuys herum!“ in der Villa Zanders in Bergisch Gladbach ausgestellt wurde. Das Angebot reicht von kleineren Objekten wie „Fingernagelabdruck aus gehärteter Butter“ von 1971 (Auflage 150; 1500/2000) über Plakate - darunter „Beuys boxt für direkte Demokratie“ von 1972, ein 111 mal 61 Zentimeter großer Farboffset-Druck auf Zeitungspapier (Auflage 100; 400/600), der ihn zusammen mit seinem Kollegen Abraham David Christian abbildet - bis zum Spitzenlos „Hasenstein“ von 1982, einem Basaltstein, besprüht mit zwei goldfarbenen Hasenmotiven (Auflage 7) für 40 000 bis 60 000 Euro.

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