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Van Ham : Usambaraveilchen und ein Apfel in New York

  • -Aktualisiert am

Ergebnisse aus Köln: Die Frühjahrsauktionen mit Alter Kunst, Moderne und Zeitgenossen bei Van Ham.

          Bei Van Ham war das Interesse, wie erwartet, groß an den 150 Losen der SØR RuscheCollection, der Sammlung zeitgenössischer Kunst des westfälischen Textilunternehmers Thomas Rusche, der ein Sonderkatalog galt. Mit dem Gebot von 125.000 Euro setzte sich Neo Rauchs schwarz patinierte Bronze „Nachhut“ von 2010 an die Spitze; die Schätzung hatte bei 20.000 bis 30.000 Euro gelegen. „Pendel“, ein kleinformatiges Ölgemälde von Neo Rauch, erreichte 75.000 Euro (Taxe 70.000/100.000). Deutlich über der Schätzung brachten es die skurril entgleisenden Gesichtszüge von George Condos „The Blue Rodrigo“ auf 105.000 Euro (20.000/30.000). David Schnells Gemälde „Markt“ von 2010 stieg auf 78.000 Euro (20.000/30.000), seine 2008 gemalte, lichtdurchflutete „Waldsiedlung“ ging für 53.000 Euro (10.000/ 15.000). 45.000 Euro (6.000/8.000) erzielte Michael Triegels monumentaler „Karfreitag 1300“ von 2012, mit einem nackten Gekreuzigten.

          Bei der Moderne reichte Paul Klees 1931 gemalter „Blume im Maerz“ ein Gebot von 190.000 Euro (180.000/200.000) für die Spitzenposition. Für Franz Radziwills sich auf der Wasseroberfläche spiegelnde Wolkenformationen über der „Elbe bei Pirna“ von 1928 fiel der Hammer bei 115.000 Euro (60.000/80.000). Den „Kopf eines sitzenden Mädchens“ aus dem Frühwerk Paula Modersohn-Beckers sicherte sich ein süddeutscher Sammler für 110.000 Euro (100.000/150.000). Ebenfalls 110.000 Euro (80.000/120.000) erforderte Pierre-Auguste Renoirs „Jeune fille assise dans un jardin“.

          Moderne Kunst und Zeitgenossen

          Die Kunst nach 1945 führt Gerhard Richter an mit einem Zuschlag bei 340.000 Euro (300.000/500.000) für ein Bild aus seiner 110 Unikate umfassenden Serie „Fuji“ von 1996. Mit Günther Ueckers Nagelbildern „Wind“ von 1997 (400.000/600.000) und „Spirale“ von 2001 (500.000/700.000) blieben die Schwerstgewichte der Sektion allerdings unverkauft. Für 200.000 Euro (60.000/80.000) geht David Hockneys Gouache „Purple, Pink and Yellow African Violets with Apple on Table, New York“ aus dem Jahr 2000 in eine amerikanische Privatsammlung; Hockneys „Study for a Closer Grand Canyon VII, Cheops Pyramid“ von 1998 stieg auf 165.000 Euro (80.000/ 120.000). Erst bei 160.000 Euro (60.000/80.000) wurde Per Kirkebys zwei Meter hohes Gemälde „Neuzeit V“ von 2003 einer nordrhein-westfälischen Privatsammlung zugeschlagen. Frühe „Fischerboote an der Hafenmole“ von Ernst Wilhelm Nay aus dem Jahr 1930 verzehnten ihre untere Schätzung von 12.000 Euro auf 120.000 Euro. Nays drei Jahrzehnte später entstandenes „Chorisch Grau“ erreichte 300.000 Euro (300.000/500.000). Dieses Scheibenbild stammte ebenso aus der Sammlung von Gerhard F. Reinz wie George Rickeys Edelstahlskulptur „Four open rectangles diagonal jointed III“ von 1988, für die ein Gebot von 80.000 Euro (60.000/80.000) nötig war.

          Besonderes Augenmerk bei den Zeitgenossen galt den vielfältigen Strömungen der zeitgenössischen Kunst Chinas. Der auf Blumen gebettete Putto „Ohne Titel“ des Zynischen Realisten Fang Lijun fand einen Abnehmer bei 65.000 Euro (70.000/90.000). Etablierte Positionen – wie Sarah Morris’ Großstadtbild „Paradigm (Los Angeles)“ von 2006 mit 85.000 Euro (40.000/ 60.000) oder Jack Piersons sechsteilige Wandinstallation „Enough“ von 2002 mit 90.000 Euro (40.000/60.000) – dominierten aber das Feld.

          Keine Überraschungen gab es bei der Auktion der Alten Kunst und der Kunst des 19.Jahrhunderts, wo die Taxen gerade einmal bis in den oberen fünfstelligen Bereich gingen. Das höchste Gebot wurde bei 47.500 Euro für die um 1909 entstandenen „Vier Badenden“ von Émile Bernard abgegeben, die künftig in eine russische Sammlung eingehen werden. Carl Spitzwegs lichtdurchflutete Ölstudie „Im Klostergarten“ kletterte auf 45.000 Euro (20.000/30.000). Bei der Alten Kunst brachte es eine um 1500 datierte schwäbische Figur des „Heiligen Georg mit dem Drachen“ auf 28.000 Euro (2.000/3.000). Ebenfalls für 28.000 Euro (10000/15000) gut war Januarius Zicks Gemälde „Belisar löst die Fesseln von Justinian und Tiberius“ aus dem späten 18. Jahrhundert. Insgesamt spielten die Frühjahrsauktionen bei Van Ham rund 12,4 Millionen Euro ein, von denen 1,2 Millionen auf die Alte Kunst und etwas mehr als 2,5 Millionen Euro auf die SØR Rusche Collection entfallen.

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