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Van Ham in Köln : Zierliche Birnen

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Zwei russische Bauernmädchen stehen an der Spitze des Angebots der Auktion Alte Kunst bei Van Ham in Köln.

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          Auf einem verschneiten, pastos gemalten Feldweg tragen dick eingemummelte Figuren frisch geschlagene Tannenbäume ins Haus. Friedrich Kallmorgens stimmungsvolles Gemälde „Vor Weihnachten“ von 1882 (Taxe 15.000/18.000 Euro) steht an erster Stelle der Bilder-Gruppe zum Thema Winter in der Auktion mit Alter Kunst am 14. November bei Van Ham in Köln. Das Haus bricht mit der traditionellen Präsentation und gliedert die 200 Lose im „Einklang mit dem, was auch in Museen geschieht“, in unterschiedliche Themengebiete. An der Spitze steht ein Kinderbild des russischen Malers Konstantin Makovsky: Das farbenfrohe Porträt zweier Bauernmädchen von 1875 übertraf 2008 bei Sotheby’s in London mit mehr als 180.000 Pfund seine Taxe bei weitem; nun liegt die Erwartung bei 280.000 bis 350.000 Euro.

          Es folgt, geschätzt auf 100.000 bis 150.000 Euro, eine Darstellung des David mit dem Haupt des Goliath, die Guercino Mitte des 17. Jahrhunderts für einen Auftraggeber aus Piacenza schuf. Lange Zeit wurde ein ähnliches Gemälde, das heute in Tokio hängt, für diese Auftragsarbeit gehalten, bis 2011 die jetzt angebotene Version auftauchte. Als Indiz dafür, dass es sich eben um die Auftragsarbeit handelt, gilt unter anderem die Verwendung kostbarerer Pigmente. Das Antlitz Christi im Augenblick seiner Gefangennahme zeigt die Kopfstudie in Öl auf Papier von Anthonis van Dyck: Der flämische Meister schuf um 1620 mehrere Versionen des Themas. Zu der Version, die sich heute im Museum in Bristol befindet, soll das mit 80.000 bis 120.000 Euro ausgezeichnete Werk eine seltene Studie sein.

          Noch älter ist ein Renaissance-Tondo, der Sebastiano Mainardi zugeschrieben wird, einem engen Mitarbeiter von Domenico Ghirlandaio. Vorlage für die „Anbetung des Kindes“ könnte ein Karton des florentinischen Meisters Ghirlandio sein (30.000/40.000). Das Werk eines Antwerpener Malers kommt zum wiederholten Mal bei Van Ham zum Aufruf: Nachdem das Madonnenbild des „Meisters mit dem Papagei“ die Altmeister-Versteigerung in diesem Frühjahr angeführt hatte, wird es jetzt für 30.000 bis 35.000 Euro angeboten, ungefähr die Hälfte der damaligen oberen Taxe. Ein im Jahr 1902 aus dem Künstlernachlass ersteigertes, kleines „Stillleben mit Birnen auf einem Porzellanteller“ in Öl auf Karton von Otto Scholderer konnte von der jüdischen Sammlerin Hedwig Ullmann 1938 ins australische Exil gerettet werden; jetzt kommt es aus Familienbesitz zum Aufruf (30.000/50.000).

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