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Kölner Auktion I : Und schon wieder der Gärtner

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Bei Van Ham in Köln werden am 30. November moderne und zeitgenössische Kunst auktioniert, darunter zahlreiche Zero-Arbeiten und eine kleine Sensation. Eine Vorschau

          Melancholisch blickt der junge Mann von dem Teppich hoch, auf dem er sich barfuß im Schneidersitz niedergelassen hat. Neo Rauch malte 1983 das 110 mal 66 Zentimeter große Ölbildnis, das – versehen mit einer Taxe von 12 000 bis 18 000 Euro – am 30. November bei Van Ham in Köln unter den Hammer kommt. Dieses „Porträt eines jungen Mannes“ ist eine kleine Sensation, weil das maßgebliche Werkverzeichnis des Künstlers erst mit Arbeiten von 1993 an beginnt. Der Porträtierte, der selbst der Einlieferer ist, flüchtete noch 1983 aus der DDR. Das Bild blieb im Haus der Eltern zurück, wo es dreißig Jahre später auf dem Dachboden wiederentdeckt wurde.

          Überhaupt kann sich die 251 Lose umfassende Zeitgenossen-Offerte sehen lassen. Von Anselm Kiefer überzeugt eine düstere Arbeit auf Papier (Taxe 70000/100 000 Euro), Jeff Koons’ kleine „Dom Pérignon Balloon Venus“ von 2013 leuchtet in knalligem Pink – und einer Auflage von 650 Exemplaren (25 000/30 000). Und es posieren zwei Immendorff-Affen-Bronzen, „Malerstamm Kurt“ und „Malerstamm Georg und Otto“ (Auflage je 6; je 20 000/30 000). Auch die Liebhaber von Zero kommen auf ihre Kosten: Von Otto Piene finden sich allein zehn Feuer-Gouachen (von 10000 bis 180000 Euro), zudem elf Arbeiten von Adolf Luther (von 4000 bis 60000 Euro) und jeweils sechs von Heinz Mack (5000 bis 60 000 Euro) und Günther Uecker (3000 bis 20 000 Euro); eine unbetitelte Gemeinschaftsarbeit von Uecker und Luther aus den Jahren 1966/72 ist auf 50 000 bis 70 000 Euro taxiert.

          An der Spitze der Nachkriegs-Offerte steht Sigmar Polkes marktfrisches Gemälde „Es war der Gärtner“ von 1977, versehen mit einer Schätzung von 300000 bis 500 000 Euro, gefolgt von Karel Appels abstrakt-buntem „Tigerbird“ von 1952 (175 000/200 000) und Gottfried Helnweins Ölgemälde nach der berühmten James Dean-Fotografie von Dennis Stock (100 000/150 000). Der aktuelle Publikumsliebling Adrian Ghenie ist mit sechs Arbeiten vertreten, darunter eine marktfrische „Stadtansicht“ in Öl von 1994 (15 000/20 000); Ghenies Vorbild Francis Bacon firmiert mit dem Farboffset auf Papier, „Second version of painting 1946“ von 1971 (Auflage150; 4000/6000). Auf 203 mal 123 Zentimetern strahlen farbige Kreise von einer unbetitelten Arbeit Katharina Grosses aus dem Jahr 2005 (20 000/30 000).

          In der Moderne-Auktion, ebenfalls am 30.November, kommen 86 Lose zum Aufruf, darunter Franz Radziwills magisch-realistisches Ölbild „Der Streit der Ideologien“ von 1958 (70 000/100 000). Die 93 Zentimeter hohe, patinierte Bronze „Drei Grazien“ von Fritz Klimsch ist ein früher Lebzeitguss aus dem Jahr 1911 (80 000/100 000). Und es gibt zwei Gemälde von Karl Hofer: die „Kartenspieler“ von 1935, nur 35 mal 47 Zentimeter groß (30 000/50 000) und die abstrahierte „Stehende Figur“ von 1953, zwei Jahre vor seinem Tod entstanden (14 000/ 18 000). Spitzenlos ist Marc Chagalls marktfrisches kleines Ölbild auf Holz „Le jardin d’Eden“ von 1980, mit einer Erwartung von 150 000 bis 200 000 Euro. Zusammen sollen die beiden Auktionen mindestens 4,5 Millionen Euro umsetzen.

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