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Zweite gescheiterte Auktion : Villa mit Caravaggio wird zum Ladenhüter

Wartet auf ein Gebot: Prinzessin Rita Carpenter Boncompagni Ludovisi, die mit den Söhnen ihres verstorbenen Mannes Nicolò Boncompagni Ludovisi aus erster Ehe im Erbstreit liegt. Bild: AFP

Von Bill Gates und anderen Superreichen als möglichen Käufern war die Rede, als die Zwangsversteigerung der Villa Ludovisi angekündigt wurde. Nun fiel das Anwesen mit dem einzig bekannten Deckengemälde Caravaggios abermals durch.

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          Es wirkte wie ein schlechtes Vorzeichen für, als am vergangenen Wochenende die geplante Wiedereröffnung der römischen Villa Ludovisi für geführte Besuche kurzfristig per Gerichtsbeschluss abgesagt wurde. Zahlreiche Neugierige hatten sich angemeldet, um das Anwesen, dessen Schicksal seit Monaten die Kunstwelt wie die Klatschpresse in Atem hält, zu besichtigen. Ihnen wurde quasi die Tür vor der Nase zugeschlagen. Der Grund? Der Streit zwischen den Erben. Und nun ist es tatsächlich abermals passiert: Die Versteigerung der Villa, in der sich das einzige bekannte Deckenbild von Caravaggio befindet, ist gestern zum zweiten Mal zu Ende gegangen, ohne dass ein Angebot abgegeben wurde.

          Karen Krüger
          Redakteurin im Feuilleton.

          Schon der erste Termin der Zwangsversteigerung am 17. Januar mit einem Schätzwert von 471 Millionen Euro und einem Startgebot von 353 Millionen war ebenso gescheitert. Der Preis wurde daraufhin um 20 Prozent auf 282 Millionen Euro gesenkt. Doch wieder zog die Villa, aus dem 16. Jahrhundert, die auch Casino dell’Aurora genannt wird, keine Käufer an. Dabei beherbergt sie neben dem Deckengemälde Caravaggios eines von Guercino, zahlreiche Statuen und Skulpturen und liegt im Herzen Rom. Interesse soll unter anderen Bill Gates signalisiert haben. Auch Angebote von russischen Oligarchen hatten die Erben erwartet, aber diese Hoffnung war mit dem Kriegsausbruch in der Ukraine und den Sanktionen verpufft. Teile der Kulturwelt hatten verlangt, der italienische Staat, der das Vorkaufsrecht besitzt, solle die geschichtsträchtige Immobilie erwerben. Ministerpräsident Mario Draghi hat sich diesbezüglich nicht öffentlich positioniert.

          Die dritte Versteigerungsrunde, für die der Preis abermals um 20 Prozent gesenkt werden muss, ist für den 30. Juni festgelegt. Sollte sich dann immer noch kein Käufer finden, werden die Erben zustimmen müssen, den Verkaufspreis nochmals zu reduzieren. Kommt die Villa auch dann noch nicht unter den Hammer, darf ein Richter den Preis festlegen.

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