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„The Olbricht Collection“ : Große Dinge

Katharina Grosse, „Ohne Titel“, 2015, Acryl auf Leinwand, 394 mal 418 Zentimeter, Taxe 300.000/500.000 Euro. Bild: Van Ham / VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Der Auktions-Marathon geht weiter: Großformatiges aus aus der Sammlung Thomas Olbricht bei Van Ham in Köln.

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          Der im vorigen Jahr begonnene Auktions-Marathon „From a Universal Collector – The Olbricht Collection“ geht weiter. Am 23. Juni kommen bei Van Ham in Köln unter dem sprechenden Titel „Size Matters“ rund 350 Werke aus dem Bestand des so inspirierten wie eigenwilligen Sammlers Thomas Olbricht zum Aufruf, von denen 180 Arbeiten das Prädikat Großformat verdienen.

          Rose-Maria Gropp
          Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

          Einige von ihnen beanspruchen wahrlich Platz: Was die Wände angeht, dominiert Katharina Grosse mit einem typischen atemraubenden Farbrausch „Ohne Titel“ von 2015, der gut vier mal vier Meter misst: mit 300.000 bis 400.000 Euro zugleich das höchstdotierte Los. Andrea Zittels „Free Running Rhythms and Patterns, Version II“ aus dem Jahr 2000 bestehen aus 28, je 200 mal 80 Zentimeter messenden Holzpaneelen; mit rund 28 Metern Wandbedeckung ist für diese Installation zu rechnen (Taxe 80.000/100.000 Euro). Fast bescheiden wirkt dagegen Kris Martins Spiegel-Objekt mit zwei mal drei Metern, auf dem in schwarzer (Spiegel-)Schrift „The End“ steht; das vergrößert jedes Zimmer optisch, wenngleich mit finaler Ankündigung (15.000/20.000).

          Lebensgroße Bronze: Marc Quinn, „Mirage“, 2009, 233 mal 147 mal 50 Zentimeter, Taxe 80.000/120.000 Euro.
          Lebensgroße Bronze: Marc Quinn, „Mirage“, 2009, 233 mal 147 mal 50 Zentimeter, Taxe 80.000/120.000 Euro. : Bild: Van Ham

          Dreidimensional auf mehr als drei mal drei Metern und 1,8 Metern in der Höhe breitet sich die silbrige, mit dem Laser in feinsten, gotischen Formationen aus Stahl geschnittene, unikate „Chapel“ des Belgiers Wim Delvoye von 2007 aus, gewiss nicht als Außenplastik geeignet (180.000/240.000). Des britischen Künstlers Mark Quinn lebensgroße Bronzeskulptur „Mirage“ von 2009 ruft jenes Foto mit einem an Stromkabeln angeschlossenen Häftling unter einer Kapuze auf, das nach dem entsetzlichen Folterskandal von Abu Ghraib im Irak die Welt erschütterte; dieses Mahnmal sollte wieder in eine kompetente Kollektion, ob privat oder öffentlich, eingehen (80.000/120.000). Wie leicht wirkt dagegen etwa Martin Honerts, auf 1,5 Meter Höhe geschrumpfter, „Englischlehrer“ aus Polyuretan von 2010, straff gescheitelt und im korrekten Anzug, der dennoch, vielleicht sardonisch lächelnd, Schülerschicksale bestimmt haben mag (25.000/35.000).

          Die Themen des Menschseins, des Werdens und Vergehens, die Olbrichts gesamte Kollektion durchziehen, werden auch in dieser speziellen Tranche sichtbar, angefasst von etablierten und von weniger bekannten Künstlern der Gegenwart. Und interessant wird sein, welche, soweit zu erfahren, Sammlungen es sein werden, die sich auf dieses Abenteuer einlassen. Noch bis zum 21. Juni sind die „Size Matters“-Werke in der Van Ham-Kunsthalle in Wesseling, südlich von Köln, zu besichtigen.

          Ebenfalls am 23. Juni kommen weitere rund 150 Stücke aus Olbrichts „Wunderkammer“ in einer eigenen Auktion zum Aufruf; parallel läuft noch bis zum 24. Juni eine Online-Only-Auktion mit gut 200 Losen an zeitgenössischer Kunst und Fotografie. Insgesamt umfasst das Angebot 750 Arbeiten aus dem schier unerschöpflichen Olbricht-Universum. Die Gesamtschätzung dafür liegt bei 2,5 Millionen Euro.

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