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Supersonderspitzenpreis : Spiderman räumt ab

Auf dem Cover des 328. Spider-Man-Comics haut Spider-Man dem muskulösen Hulk gewaltig unters Kinn. Die Originalzeichnung animierte einen Telefonbieter zu einem kräftigen Griff ins Portemonnaie.

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          Superhelden sind für Supergewinne gut; nicht nur im Kino - der Film „The Amazing Spider-Man“ von Marc Webb spielte in den drei Wochen seit seinem amerikanischen Start weltweit 553 Millionen Dollar ein. 1,19 Promille dieser Summe hat jetzt ein Telefonbieter bei Heritage Auctions für die Titelbildzeichnung zu einem Spiderman-Comicheft aus dem Jahr 1990 bewilligt: Für 657.250 Dollar inklusive Aufgeld wurde das Cover zu „The Amazing Spider-Man“ Nr. 328 bei der Auktion in Beverly Hills zugeschlagen.

          Patrick Bahners

          Feuilletonkorrespondent in Köln und zuständig für „Geisteswissenschaften“.

          Supergewinne verlangen nach Superlativen - aber die Pressemitteilung des texanischen Auktionshauses setzt als Superlegende einen neuen Maßstab für die handelsübliche Übertreibung: Man habe es mit dem „höchsten je erreichten Preis für eine Comic-Originalzeichnung“ zu tun. Dabei wurde erst vor einem Monat Hergés Titel zur Erstausgabe von „Tim in Amerika“ bei Artcurial in Paris für 1,3 Millionen Euro versteigert - und das ist trotz fallendem Eurokurs immer noch mehr als doppelt so viel wie das Ergebnis für das 25 mal 38 Zentimeter große Blatt von Todd McFarlane.

          Wo Helden gegen Helden kämpfen

          Was Comicpreise angeht, ist der 1961 geborene Kanadier nun also Inhaber des amerikanischen Rekords. McFarlane hatte sich nach seiner Neubelebung der Spiderman-Serie mit einem eigenen Verlag und einem eigenen Helden, Spawn, der ein Neffe des Spinnenmanns sein könnte, selbständig gemacht. Zuvor war ihm nach 28 Ausgaben der in den sechziger Jahren begründeten Spiderman-Heftserie die Ehre eines Neustarts für die Figur zuteil geworden. Vorher hatte er seine Bleistiftzeichnungen schon selbst getuscht, nun verfasste er auch den Text.

          Für das Cover zu „Spider-Man“ Nr. 1, von dem 2,5 Millionen Exemplare abgesetzt wurden, bewilligte ein Arachnophiler in Beverly Hills 358.500 Dollar mit Aufgeld. Der höhere Preis des Covers aus der alten Serie erklärt sich wohl daraus, dass dort das Lieblingssujet der meisten Superheldenfans dargestellt ist: der Held im Kampf mit einem zweiten Helden, hier dem Unglaublichen Hulk. Der Netzanzugträger bringt das grüne Monster so schwungvoll zur Hochstrecke, dass das Marvel-Logo und die Buchstaben des Titelschriftzugs wackeln. Typisch für McFarlanes Stil: Muskelspielereien und 3D-Effekte - Kino auf Papier.

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